550 Fahrzeuge in zwei Stunden

Alfred Meyer (links) und Uwe Beecken wollen Landesstraße L 233 mit der Kreisstraße K 32 tauschen, um einen Radweg von Ellerndorf nach Brockhöfe bauen zu können. Foto: Ph. Schulze

Ellerndorf. Seit fast zehn Jahren ist der Radweg von Ellerndorf nach Brockhöfe zur Tourismusattraktionen im Landkreis Uelzen, der Ellendorfer Wacholderheide und Kloster Ebstorf mit Weltkarte, Thema der Bürgermeister von Wriedel und Eimke sowie der Samtgemeindebürgermeister von Suderburg und Ebstorf. „In dieser Zeit wurden viele Gespräche geführt, Planungskosten wurden eingesetzt, Bau-Entwurfspläne im Jahre 2006 erstellt – nichts hat sich zur Realisierung getan“, blickt Alfred Meyer, Kandidat der UWG zurück.

Es ist nicht neu, schildert Meyer: „Die Firma Rheinmetall hat immer erklärt, dass sie für den Radwegebau die von ihrem Grundstück erforderliche Fläche unentgeltlich zur Verfügung stellt.“ Rheinmetall ist es ohnehin zu verdanken, dass es den Schafstall in der Ellerndorfer Wacholderheide gibt. Denn die Firma aus Unterlüß war es, die ihre Flächen dafür unentgeltlich zur Förderung des Fremdenverkehrs zur Verfügung gestellt hat, wie Alfred Meyer, ehemaliger Samtgemeindebürgermeister von Suderburg, berichtet.

Das Land Niedersachsen hat in den letzten Jahren insbesondere an den Landesstraßen im Raum Bodenteich und Ebstorf nachhaltig überregional bedeutsame Radwege ausgebaut – und genau zu dieser Kategorie „überregional bedeutsame Radwege“ gehört für Meyer der Radweg Ellerndorf-Brockhöfe an der K 32 mit seiner bekannten touristischen Erschließungswirkung von der B 71 in Eimke vorbei an der Ellerndorfer Wacholderheide, dem Kloster Ebstorf mit der Weltkarte bis hin zur Salzstadt Lüneburg. „Deshalb fordern wir den Tausch der Landesstraße L 233 mit der Kreisstraße K 32“, betont Meyer. Alle politischen Vertreter, von der kommunalen bis zur Landesebene, haben ein sehr großes Interesse an dem größten Arbeitgeber der Region, der Firma Rheinmetall. Doch damit ist nun seit Jahrzehnten eine zeitweise Sperrung der B 71 verbunden. Seit 20 Jahren hat das Verkehrsaufkommen auf der B 71 erheblich zugenommen. Der Schwerlast-Verkehr wird bei Sperrung der B 71 über die Kreisstraße Ellerndorf-Brockhöfe wieder zurück zur B 71 umgeleitet. Doch: Alle bisherigen Bemühungen waren ergebnislos. Deshalb müssen jetzt neue kreative politische Ideen her – und nicht wieder im Aktenschrank verschwinden, wie Meyer und Uwe Beecken, Bürgermeisterkandidat der UWG, erklären, sondern angepackt und umgesetzt werden. Deshalb haben beide veranlasst, dass eine neutrale Zählung während der Sperrung der B 71, zunächst nur für zwei Stunden, von 13 bis 15 Uhr in Ellerndorf durchgeführt wurde. Das Ergebnis: 108 Lkws, 435 Autos, sieben Motoräder und sechs Radfahrer, die zur Ellerndorfer Wacholderheide wollten. Macht insgesamt 550 Fahrzeuge in zwei Stunden.

„Diese Zahlen sprechen für sich. Sie sind die überzeugende Begründung für unseren Tauschantrag“, unterstreicht Meyer.

Von Jörn Nolting

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