Wochenlange Trockenheit könnte die Pflanzen schädigen

Attraktion in Gefahr: Fällt die Heideblüte aus?

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Blühende Besenheide in der Ellerndorfer Wachholderheide. In diesem Jahr bedroht die Trockenheit die Blüte.

Ellerndorf. Dieses Bild hat jeder Besucher im Kopf: Lila ist die Heide, dekoriert mit ein paar Wacholdern und der Schnuckenherde nebst Schäfer. Was aber, wenn die Heideblüte im August ausbleibt? Viele Wochen ist kein Regen gefallen.

Für den Tourismus drohen Einbußen, denn am liebsten kommen die Touristen, wenn die Heide ihr Festkleid trägt.

„Ich mache mir wirklich Sorgen“, erzählt Götz Schimmack, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Ellerndorfer Heide. „Ich kann nur hoffen, dass noch Feuchtigkeit kommt.“ Im vorigen Jahr hat der Heideblattkäfer die Blüte auf der mit 60 Hektar größten Heidefläche im Landkreis Uelzen dezimiert. „Deswegen wäre es schlecht, wenn das dieses Jahr wieder passiert“, meint Schimmack.

Theo Grüntjens, früherer Förster auf dem Rheinmetall-Gelände, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: „Die extreme Trockenheit wird wahrscheinlich dazu führen, dass es fast keine Blüte geben wird“, meint der Experte. „Die junge Heide wird die Kraft haben durchzutreiben, aber die alte Heide wird teilweise absterben“, warnt Grüntjens. „Dann droht die Gefahr der Vergrasung.“ Gras aber wollen die Besucher nicht sehen. Das hat Folgen für den Tourismus.

Grundsätzlich braucht die Besenheide, mit wissenschaftlichem Namen Calluna vulgaris, eher ein feuchtes Frühjahr für die Bildung von Blüten, und der Sandboden kann das Regenwasser nur kurze Zeit halten. Langfristig schadet die Trockenheit jedoch nicht, beruhigt Grüntjens: „Das ist Natur. Damit muss man leben.“

Etwas Hoffnung gibt es noch. In einigen Orten hat es einzelne Regenschauer gegeben. Dort wird es vielleicht einen ausgedünnten violetten Blütenteppich geben.

Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing, hält nichts von düsteren Prognosen. „Die Heide wird blühen“, sagt er für die Klein Bünstorfer Heide voraus. „Die Heidepflanzen sind nicht anspruchsvoll. Dadurch, dass es jetzt geregnet hat, haben sie jetzt wieder Wasser.“

Von Gerhard Sternitzke

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