Kein Kommerz: DJs und Bands feierten mit friedlichen Besuchern in Suderburg

Entspanntes und fröhliches Festival

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Spontaner Gitarren-Workshop im Zelt: Die Atmosphäre beim Meadow Festival war vor allem friedlich. Schnell wurden untereinander Kontakte geknüpft.

Suderburg. „Hier ist es echt abgefahren und cool“, sagt Flo von der Celler Band „Pasco“ und spricht damit im Namen seiner Bandmitglieder, „als wir ankamen, war ich wie erschlagen von all den Eindrücken hier.

“ Damit meint er das Gesamtpaket: Neben der Konzertbühne gibt es drei Zirkuszelte, die zu „Musiktempeln“ umfunktioniert wurden, etliche Verkaufs- und Informationsstände und dann auch diverse Workshops.

Die über 60 DJs spielen auf den drei Floors überwiegend elektronische Tanzmusik von Goa über Techno bis House, während das Bühnenprogramm von Ska bis Pop und von Raggae bis Punk reicht.

Der 24-jährige Trixi ist mit seinen Freunden und Freundinnen aus Köln angereist, um die Band AnnenMayKantereit aus seiner Heimatstadt zu sehen. Die Band macht Straßenmusik und wurde vor Kurzem wegen der beeindruckenden wuchtigen Stimme des Sängers für den „popNRW-Preis“ nominiert. Die Band setzt sich aus den drei Jungs Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit zusammen, die ihre Karriere 2011 mit einem Hut auf der Strasse begannen.

Die Band „Karius & Baktus“ setzt sich zusammen aus zwei Rappern, einem DJ sowie einem Live- Drummer und stammt aus Hamburg. Fernab von jedem kurzlebigen Chart-Hype bringen sie frischen Wind in die Hip-Hop-Szene.

Body Painting: Auf dem Gelände gab es einige Angebote.

Philip Gieleßen, einer der Hauptorganisatoren, ist selbst begeistert, was das gesamte Organisationsteam gemeinsam an Vielfältigkeit auf die Beine gestellt hat. „So konnte von dem Open-Air-Konzert im letzten Jahr ein richtiges Festival werden“, schwärmt er. Larissa Fuchs aus dem Team bekräftigt seine Worte und kommt ins Schwärmen: „Jeder hatte andere Ideen und andere Stärken, so konnten wir auch viele Dinge ermöglichen und die Ideen umsetzen.“ Die Idee mit dem Festival komme übrigens aus dem Kreis der Suderburger Studenten. Träger des Festivals ist der gemeinnützige Suderburger Verein für Kultur und Soziales. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, so Gieleßen, „Menschen aus der multimedialen Einsamkeit zu befreien und sie wieder in der Realität zusammenzubringen.“

„Heutzutage geht es vielen Veranstaltern vor allem darum, möglichst viel Geld mit einem Festival zu verdienen“, sagt Gieleßen, „uns geht es jedoch um den Spaß und das Miteinander.“ Deshalb sind auch vorwiegend Künstler vor Ort, die nicht zum „Geldverdienen“, sondern zum „Spaßhaben“ und Feiern gekommen sind.

Das merkt man auch, wenn man über das Festivalgelände geht. Jeder ist entspannt und fröhlich, jeder ist willkommen. Auf dem Festival-Gelände verspürt man eine besonders angenehme und friedliche Atmosphäre. Dass das Wetter nicht durchgehend mitspielt, tut dem ganzen keinen Abbruch. „In den Abendstunden waren wir auch zufrieden mit der Menge des Publikums“, so Gieleßen.

Doch muss sich dieses Festival mit seinem vielfältigen Programm wohl noch weiter herumsprechen, damit auch für den Tagesverlauf noch weiteres Publikum angelockt werden kann. Freie Plätze auf der Zeltwiese gab es auch noch. Bei weiterer Mundpropaganda und noch stabilerem Wetter sollte sich im nächsten Jahr die Anzahl der Besucher weiter erhöhen.

Von Sabine Liedtke

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