Weltenbummler Hardy Krüger liest im ausverkauften Landhaus Borchers in Bohlsen

Engagiert und nah am Publikum

Ist am 12. April 85 Jahre alt geworden: Hardy Krüger liebt seine Arbeit auf der Bühne.

Bohlsen. Mit seiner unverkennbaren Stimme nimmt Hardy Krüger sein „gern gesehenes Publikum“ mit auf Entdeckungsreise.

Bereits zum dritten Mal las der Schauspieler und Wletenbummler im Landhaus Borchers und fühlte sich bei Jutta und Dieter Borchers schon fast wie zu Hause: „Natürlich komme ich nur wegen des leckeren Essens, dafür haben sie ein paar gute Geschichten verdient“, freut sich Krüger und plaudert von seinen intensiven Erlebnissen und lässt Abenteuer und nicht nur seine deutsche Geschichte wieder auferstehen.

„Nun machen sie doch mal die Augen zu“, fordert Krüger ungeduldig seine Zuschauer auf, „damit sie in die Bilder eintauchen können, die aus Worten gemalt sind.“

Auf Augenhöhe mit den Gästen: Hardy Krüger im lockeren Gespräch bei der anschließenden Autogrammstunde. Fotos: Montag-Jansen

Poetischer ist er geworden und wieder wacher, der melancholische, müde Zug, der ihn bei seiner letzten Vorlesung umwehte, ist wie weggeblasen. Dabei hat Hardy Krüger gerade am 12. April seinen 85. Geburtstag gefeiert – und in seiner Wahlheimat Hamburg eine Stiftung für seine Lebensaufgabe, gegen den Rechtsradikalismus vorzugehen, gegründet. Die Nazizeit hat den Schauspieler seit seiner Jugend nachhaltig geprägt und seine Offenheit hat ihm so manche Unannehmlichkeit beschert. Doch setzt er klar seine dramaturgischen Grenzen bei Ungerechtigkeit, rüttelt wach und weckt so manche Erinnerung. Als „typisch Deutscher“ tingelte er durch alle Studios weltweit, wurde weitergereicht und ließ sich mit seiner Unerschrockenheit niemals unterkriegen. Der Erfolg des Schriftstellers Hardy Krüger lässt sich mit der heiteren Wortwahl des Künstlers, von weltmännischer Großzügigkeit durchzogen, erklären. Präsent den Blick für das Besondere einsetzend und mit dem Worte wert zu schätzen, wird dieser Mann niemals grau im Gemüt – um dann wieder in die Rolle des Alltäglichen zu schlüpfen: In seiner einfachen Art, freut sich der Weltstar fernab der „pickfeinen Art“ auf sein Feierabendbier und lädt die Zuschauer nach der Vorlesung ein, mit ihm noch zu verweilen.

Von Britta Montag-Jansen

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