Einweihung mit Klaps auf den Po

Der ehemalige Radrennprofi Jörg Ludewig setzte mit 12:20 Minuten eine Duftmarke für die Stoppomat-Strecke in Suderburg. Zum Start gab es einen Klaps von der Bürgermeisterin.

Suderburg - Von Jürgen Köhler-Götze. „Stoppomat“, das Wort hat inzwischen schon seinen Eintrag in Wikipedia gefunden und tatsächlich ist der am vergangenen Freitag eingeweihte Stoppomat in Suderburg dort auch schon verzeichnet. Das gute Stück in der bei Radfahrern äußerst geschätzten Farbe Gelb steht mitten im Ort an der Gabelung der Straßen nach Hösseringen und Räber und jeder, der möchte, kann sich von dort aus auf einen knapp zehn Kilometer langen Rundkurs begeben und seine Zeit stoppen. Sicherlich werden es vor allem Radfahrer sein, die den Stoppomaten benutzen, aber man kann auch als Läufer seine Zeit für diesen Kurs stoppen.

Dazu füllt man eine Karte mit seinem Namen aus, stempelt sie an der Stempeluhr ab, absolviert den Rundkurs und stempelt sie anschließend wieder ab. Diese Karte wirft man in einen Kasten, der alle zwei Tage geleert wird. Die Zeiten werden von der Radsportabteilung des VLF Suderburg anschließend ins Internet gestellt, so dass man seine persönliche Zeit mit den Zeiten anderer Fahrer vergleichen kann. Jürgen Wrede, der die Aufstellung des Stoppomaten mit anderen angeleiert hat, setzt vor allem auf die Breitensportler – in Profikreisen liebevoll bis spöttisch „Schutzblechfahrer“ genannt – die den Stoppomaten nutzen werden.

An den anderen neun Standorten in Deutschland und Spanien, so weiß er, messen sich jeweils zwischen 800 und 1000 Sportler pro Saison. „Das werden wir in diesem Jahr noch nicht erreichen“, ist sich Wrede sicher, denn die Saison für den Stoppomaten ist schon zur Hälfte vorbei. Zwischen April und Oktober ist er in Betrieb, im Winter hingegen wird abgebaut und sicher eingelagert.

Inzwischen hat sich ein regelrechter Stoppomat-Tourismus entwickelt. Suderburg wird hier eine Sonderstellung einnehmen, denn hier befindet sich die einzige Flachlandetappe unter den Stoppomat-Kursen. Außerdem gibt es inzwischen einen deutschlandweiten Wettbewerb, die Tour Stoppomat-Challenge, an der sich im vergangenen Jahr 20000 Sportler beteiligt haben.

Zur offiziellen Einweihung des Stoppomaten hatte man sich Prominenz nach Suderburg geholt. Jörg Ludewig, der bis 2007 Profifahrer war und unter anderem mehrfach die Tour de France fuhr, hatte angekündigt, „eine heiße Rille in den Asphalt“ zu fahren. „Lieber nicht“, bat Bürgermeisterin Christel Beplate-Haarstrich, „das sind Kreisstraßen, die wir dann reparieren müssen und wir haben kein Geld.“ Sie durfte dann auch das Zeitfahren starten. „Mit einem Klaps wäre mir lieber als mit einem Schuss“, schäkerte sie. Sie durfte Ludewig mit einem Klaps auf den Po auf die Strecke schicken. „Anspruchsvolle Strecke“, fand der und riet zum Abbremsen in der scharfen Kurve in Hösseringen. Er selber hatte ein Begleitfahrzeug dabei und musste deswegen nicht bremsen, „aber 14 Mal schalten. Den Rest kann man so durchknistern.“

Mit 12:20 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,8 km/h setzte Ludewig eine Duftmarke. „Wartet mal ab“, scherzte er, „wenn der Cancellara das im Internet liest, kommt er nach Suderburg um die Zeit zu knacken.“

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