Ostfalia-Studenten fischen Teich bei Suderburg ab / Sechs Karpfen gehen für traditionelles Essen ins Netz

Einsatz mit Wathose und Kescher

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Den Ostfalia-Studenten Marvin Behrens, Artur Kesner und Florian Schlarmann (von links) gingen gestern in dem von der Suderburger Hochschule gepachteten Teich viele Fische ins Netz.

Suderburg. Dieser Karpfen ist ein wahres Prachtexemplar – und er strotzt vor Kraft.

Als Olaf Dornbusch, Dozent der Suderburger Ostfalia Hochschule, den etwa vier Kilogramm schweren und 80 Zentimeter langen Fisch in den Plastikbottich am Ufer wirft, beginnt das Wasser darin förmlich zu brodeln, so heftig wirbelt der Karpfen mit seinen Flossen hin und her. Es ist der größte Fang, den Dornbusch und drei Studenten des Studiengangs Wasser- und Bodenmanagement gestern früh in dem von der Ostfalia gepachteten Fischteich im Wald bei Suderburg machen.

Dozent Olaf Dornbusch präsentiert den größten Fang des Tages, einen etwa vier Kilogramm schweren Karpfen.

Dort war das jährliche Abfischen angesagt. Denn für das traditionelle Karpfenessen der Karl-Hillmer-Gesellschaft, das morgen zum 109. Mal in Suderburg stattfindet, galt es, frischen Fisch zu fangen. „Im Frühjahr haben wir 20 Karpfen in den Teich eingesetzt. Eigentlich müssten jetzt noch 90 Prozent davon übrig sein, den Rest fressen Fischotter und Reiher“, erklärt Dornbusch vor der Fang-Aktion. Doch es kommt anders.

Bereits am vorigen Freitag wurde das Wasser des Teichs in den nahegelegenen Schweinebach abgelassen. Deshalb ist gestern nur noch ein kleiner Teil mit Wasser bedeckt, der Rest ist voller Morast. Mit Wathosen und Gummistiefeln bekleidet und mit Keschern in den Händen, machen sich die Studenten Marvin Behrens, Artur Kesner und Florian Schlarmann ans Abfischen.

„Wenn ihr einen Aal fangt, gibt‘s eine Prämie“, ruft Professor Hans-Joachim Lemke ihnen scherzhaft zu. Der frühere Ostfalia-Dozent hat das Abfischen des Teichs vor 22 Jahren wieder eingeführt. Zuvor hatte es seit 1973 eine Pause gegeben. Die Tradition des Abfischens – damals noch durch Studenten der Wiesenbauschule – reicht sogar zurück bis ins Jahr 1908. Seit 2011 organisiert nun Olaf Dornbusch die alljährliche Aktion im Teich. Dieser wird das ganze Jahr über von den Studenten bewirtschaftet. Sie füttern beispielsweise die Fische mit Getreide und helfen beim Besatz mit Jungfischen im Frühjahr.

Es dauert nicht lange, bis gestern die ersten Kiementräger im Netz zappeln. Unzählige Barsche, Schleien und Hechte landen im Wasserbottich. Am Ende zählt Dornbusch auch sechs Karpfen, darunter jenes Riesen-Exemplar. „Das ist der größte, den ich hier jemals gefangen habe“, sagt er. Allerdings hatte er auf mehr Karpfen gehofft. Wahrscheinlich haben sich Otter und Reiher die übrigen geholt.

Daher reicht der Fang fürs morgige Karpfen-Essen nicht aus. Doch natürlich werden alle Gäste satt. „Die Hälfte haben wir jetzt ungefähr“, meint Dornbusch. „Wir werden noch etwa zehn Kilo nachkaufen.“ Übrigens werden nur die Karpfen geschlachtet, die anderen Fischarten wurden wieder in den Teich geworfen. Vielleicht gibt es für sie im November 2018 ein Wiedersehen mit den Keschern der Studenten.

Von Bernd Schossadowski

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