Grit Kovacs: „Einkuscheln und wohlfühlen“

Bargfelderin näht mit Helfern insgesamt 54 Quilts für Heimkinder

Die Bargfelderin Grit Kovacs (links) hat jetzt 54 Quilts an den Verein „Stadorf e. V.“ überreicht. Katharina-Yvonne Koch hat die von vielen fleißigen Helfern genähten Unikate abgeholt.
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Die Bargfelderin Grit Kovacs (links) hat jetzt 54 Quilts an den Verein „Stadorf e. V.“ überreicht. Katharina-Yvonne Koch hat die von vielen fleißigen Helfern genähten Unikate abgeholt.
  • Lars Lohmann
    vonLars Lohmann
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Sie sind kariert, gestreift und vielfarbig gestaltet. Aber vor allem sind sie samtweich und laden zum Einkuscheln ein.

Bargfeld – Die Rede ist von den 54 Quilts, die die Bargfelderin Grit Kovacs zusammen mit Mitstreitern aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich für die Kinder der vom gemeinnützigen Verein „Stadorf e. V. “ betriebenen Heime in Stadorf und Uelzen genäht und gespendet hat.

Dass es so viele Quilts werden, damit hatte die 51-Jährige nicht gerechnet. „Eigentlich war es unser Ziel, 16 Quilts für die Kinder in Stadorf zu nähen. Am Ende haben aber so viele Helfer mitgemacht, dass wir jetzt auch Quilts für die Einrichtungen in Uelzen haben.“ Insgesamt also für 46 Personen.

Die Idee kam ihr beim Aufräumen

Ihren Anfang nahm die Hilfsaktion beim Aufräumen, berichtet die Bargfelderin, die einen kleinen Quilt-Shop in ihrem Heimatort betreibt und dort auch Nähkurse anbietet. „Wir brauchten mehr Platz im Obergeschoss, und mussten umräumen“, sagt sie. Dabei fiel der Blick auch auf die Stoffvorräte, die sie in den vergangenen 20 Jahren für die Herstellung von Quilts gesammelt hatte. „Da ist mir der Gedanke gekommen, dass ich damit doch etwas Gutes tun kann“, verrät Grit Kovacs.

Gesagt, getan. Sie startet einen Aufruf im Internet auf der Seite ihres Shops sowie auf ihrem Blog. Die Resonanz ist überwältigend. Hilfsangebote aus ganz Deutschland und aus Österreich erreichen die 51-Jährige. Die Patchwork-Gemeinschaft zeichne zwar ein großer Zusammenhalt aus, aber damit habe sie nicht gerechnet. „Ich war einfach überwältigt“, erzählt die Bargfelderin. Schon bevor sich im August mehrere Frauen bei ihr treffen, um gemeinsam die Quilts zu nähen, werden ihr schon zehn fertige zugeschickt.

„Wir hatten uns Corona-konform auf das ganze Haus verteilt, um die Abstände einhalten zu können“, berichtet Grit Kovacs. Drei Tage wird fleißig genäht. Gut ein Tag wird gebraucht, um aus den Stoffresten farbenfrohe Decken zu machen, das sogenannte Quilten. So entstehen 23 Quilts und 385 Euro werden noch für eine Spende eingesammelt.

Die Patchworker helfen fleißig mit

Doch damit ist die Arbeit noch lange nicht getan. In den vergangenen Monaten mussten noch die Schluss- arbeiten an den Quilts gemacht werden. Und die Patchworker helfen fleißig mit. „Wir haben die Decken für die Schlussarbeiten verschickt“, erzählt die Bargfelderin. Ein Dreivierteljahr war sie mit der Organisation beschäftigt. Noch kurz vor der Übergabe wurden ihr einfach ohne Ankündigung fertige Quilts gespendet.

Warum sie sich zu der Aktion entschlossen hat? „Die Kinder sollen etwas Schönes haben, das sie lieben können“, erklärt Grit Kovacs. Außerdem fahre sie oft mit ihren Lebensgefährten an dem Heim in Stadorf vorbei, das in gerade mal fünf Minuten mit dem Auto erreicht werden kann. „Ich wollte unbedingt sicher sein, dass meine Hilfe auch da ankommt, wo sie gebraucht wird“, sagt sie.

Und so viel steht für sie bereits fest: Wenn wieder einmal ein Quilt in Stadorf gebraucht wird, weil ein neues Kind dort einzieht, wird sie diesem eine der bunten Decken nähen. Denn: „Für die Kinder ist ein Quilt wie eine zweite Haut, in der sie sich einkuscheln und wohlfühlen können“, sagt Grit Kovacs.

Es sei schön, regionale Unterstützung zu erfahren. Außerdem sei es auch in Anbetracht der derzeitigen Corona-Pandemie ein Zeichen, dass die Kinder nicht hinten herunterfallen, sagt Katharina-Yvonne Koch von Stadorf e.V. „Es wird auf jeden Fall leuchtende Kinderaugen geben“, ist sie überzeugt.

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