Samtgemeinde Suderburg hofft auf 95-Prozent-Förderung bei der Hardausee-Sanierung

„Eine einmalige Chance“

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Der Hardausee ist ein beliebtes Ausflugsziel, so auch für die dreijährige Luana, ihren Vater Daniel Heuer (Mitte) und für Maik Feckler. Für die Aufwertung des Gewässers und des Kiosks bemüht sich die Samtgemeinde Suderburg jetzt um Fördermittel.

Hösseringen. Die geplante touristische Aufwertung des Hardausees bei Hösseringen hat eine erste Hürde genommen. Der Samtgemeinderat von Suderburg stimmte jetzt mit großer Mehrheit dafür, einen Antrag zur Aufnahme in ein Förderprogramm des Landes zu stellen.

Wenn dieser Antrag Erfolg hat, muss die Samtgemeinde für das rund 315 000 Euro teure Projekt einen Eigenanteil von lediglich 16 600 Euro zahlen.

„Die Möglichkeit einer 95-prozentigen Kofinanzierung ist eine einmalige Chance für die Region“, sagte Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz. Eigentlich ist die Gemeinde Suderburg für den Hardausee zuständig. Doch sie habe keine Möglichkeit, eine so hohe Förderung zu erhalten, und müsste daher einen deutlich höheren Eigenanteil stemmen. Deshalb wurde die geplante Aufwertung des Hardausees der Samtgemeinde Suderburg übertragen.

Rund 175 000 Euro sind für den Umbau des Kiosks am Hardausee vorgesehen. Dort sollen ein Behinderten-WC sowie Lager- und Vorratsräume angebaut werden. Außerdem soll ein Aufenthaltsraum geschaffen, das Gebäude renoviert und eine Zentralheizung eingebaut werden. Weitere 50 000 Euro kostet die Sanierung der Spundwand am Strand des Sees. Zudem soll die Zufahrt bis zum Kiosk für rund 80 000 Euro barrierefrei gestaltet werden.

„Grundsätzlich sehe ich keine Nachteile. Ich sehe nur Vorteile“, sagte Götz Schimmack (Einzelbewerber) mit Blick auf die Sanierung und die finanzielle Förderung. Der Hardausee habe eine ungeheure touristische Attraktivität, wie unlängst das Food-Truck-Festival gezeigt habe. „Von so einer Förderung träumt jeder Kommunalpolitiker“, sagte Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne). Bisher habe man am See nur „Flickschusterei“ betreiben können. Dass die beiden anderen Mitgliedsgemeinden Gerdau und Eimke jetzt erst mal schlucken müssten, sei klar. Für Hoff ist es daher selbstverständlich, ähnliche Projekte der beiden Gemeinden finanziell zu unterstützen.

Kritik kam hingegen vom parteilosen Ratsmitglied Dirk-Walter Amtsfeld, der gegen die Pläne stimmte. Der Zeitrahmen bis zur Entscheidung sei viel zu klein gewesen. „Wenn ich so etwas anschiebe, muss ich es auch ordentlich durchdiskutieren können“, so Amtsfeld, der Bürgermeister von Eimke ist. Er habe erst am 6. Juni von den Plänen erfahren. Zudem hätte das Thema in der Bürgermeisterrunde erörtert werden müssen, meinte er.

Die zweite Gegenstimme kam von Wilhelm Schröder (CDU). „Mein Nein hat aber nichts damit zu tun, dass ich die Hardausee-Aufwertung nicht will, sondern damit, dass die Verwaltung uns unzureichend informiert hat“, kritisierte er. Die Ratsmitglieder hätten keinen gleichen Wissensstand.

„Es wurde informiert“, betonte hingegen Verwaltungschef Schulz. Man habe sofort nach dem Beschluss der Gremien der Gemeinde Suderburg die Samtgemeinderatsmitglieder informiert und ihnen den Sachverhalt und die Pläne erläutert. Es gehe jetzt vor allem darum, die einmalige Chance auf diese Förderung zu nutzen. „Es ist zwar nicht garantiert, dass wir sie kriegen werden, aber die Chancen stehen gut“, meinte Schulz.

Um diese Chance aber überhaupt zu haben, hat die Verwaltung bereits begonnen, Planer für einen Architektenwettbewerb anzuschreiben. Aus den Vorschlägen soll der Beste ausgewählt werden, um sich dann mit den fertigen Plänen um die Förderung zu bemühen. Das muss laut Schulz möglichst schnell geschehen, weil die Bewerbungsfrist für das Förderprogramm schon am 15. September abläuft.

Von Lars Lohmann

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