Suderburg: Anwohner kritisieren Umleitungen

Eine Baustelle und ihre Folgen

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Synergieeffekt: Weil der Landkreis die Hauptstraße in Suderburg saniert, verlegt die Samtgemeinde einen neuen Schmutzwasserkanal.

Suderburg. „Wir müssen durch die Baumaßnahme durch und es wird eine schwere Zeit.

“ Suderburgs Bauamtsleiter Rüdiger Lilje schwor die Besucher des Bauausschusses der Gemeinde Suderburg darauf ein, dass die volle Konzentration der Baustelle auf und in der Hauptstraße dienen sollte.

Doch die Einsicht bei dem einen oder anderen Besucher wollte nicht so ganz aufkommen. Vor allem beim Thema Umleitung kochten die Emotionen hoch. So wollten die Gäste der Sitzung wissen, warum kein Mineralgemisch in die Feldwege eingebracht wird. Auch die Frage nach der Instandsetzung des Feldwegs von Holxen nach Suderburg stand zur Debatte. „Die Frage wurde schon bei der Dorfrechnung Anfang des Jahres gestellt“, unterstrich Borvin Wulf, Anwohner der Wolfskuhle. Außerdem stand die Frage im Raum, warum der Weg denn nicht für Lkws gesperrt wurde. „Das müssen wir überdenken“, gestand der stellvertretende Gemeindedirektor Reinald Müller ein. Auch Elvira Müller, die ein Geschäft an der Hauptstraße betreibt, wollte wissen, warum nicht schon im Vorfeld die Wege befestigt wurden. „Die Gemeinde hätte eine Umleitungsstraße bauen müssen“, verlangte sie.

Doch ist die Gemeinde gesetzlich nicht verpflichtet, eine Umleitungsstrecke zu bauen. Beschwerden gab es auch von Anwohnern der Burgstraße. Dort stehen Lkws mitten auf der Fahrbahn, weil ihr Navigationsgerät sie dorthin leitet. Und so beantragten einige Bewohner der Straße eine möglichst zügige Verkehrsberuhigung. Ratsherr Götz Schimmack unterstützt den Wunsch der Burgstraßen-Anlieger. Günther Schröder schlug vor, dass die Einbahnstraßenregelung für Radfahrer aufgehoben werden sollte. Es gab auch die Überlegung, die Autofahrer mit Blumenkübeln zu stoppen, wie in der Uelzener Innenstadt. Eine Baumaßnahme parallel zu den aktuellen Maßnahmen hält Lilje für ein falsches Zeichen. Auch der Landkreis habe darum gebeten, nicht vor 2013 damit zu beginnen, so Lilje. Eine weitere Idee, die Straße zu einer Spielstraße umzuwidmen, hätte zur Folge, dass dort generelles Parkverbot herrscht. Tempo 30 wurde bereits vom Landkreis abgelehnt. In den Augen der Anwohner fahren jedoch selbst die Busse mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch die Straße.

Trotz der Ablehnung des Landkreises fordert Ulrich Mietzner (SPD), einen erneuten Antrag zu stellen. Einstimmig sprach sich der Bauausschuss dafür aus, Kontakt mit dem Tiefbauamt aufzunehmen, um die Burgstraße zu einer Tempo-30-Zone zu machen und möglichst zeitnah Blumenkübel aufzustellen. Einige Suderburger blickten allerdings nicht nur auf die Baustelle vor Ort, sondern auch nach Uelzen: Sie befürchten, dass es durch die Sperrung der Greyerbrücke zu weiteren Problemen in Suderburg kommen könnte. „Es ist uns bewusst, aber wir können es nicht beeinflussen“, antwortet der Bauausschussvorsitzende Udo Depner.

Von Jörn Nolting

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