Wissenschaftsminister Björn Thümler erkundet gestern die Suderburger Ostfalia

Digitaler Blick auf Schinken und Co.

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Wissenschaftsminister Björn Thümler betrachtet gestern mit einer Datenbrille die Verkaufsregale in der Ostfalia. Daneben Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer und die wissenschaftliche Hilfskraft Anna-Lena Böhrendt. 

Suderburg – Auf den ersten Blick wirkt es wie eine ausgefallene Sonnenbrille. Doch es ist keine Seh- oder Verdunkelungshilfe, die sich Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) gestern beim Besuch der Suderburger Ostfalia-Hochschule aufsetzt.

Vielmehr handelt es sich um eine hochmoderne Datenbrille, mit der die Pupillenbewegungen aufgezeichnet und digital ausgewertet werden. So lässt sich nachvollziehen, welche Lebensmittel Thümler im Regal des Ostfalia-Handelslabors in Augenschein nimmt: Kochschinken, Preiselbeeren oder Geflügelfrikadellen.

„Lehre und Forschung für die Entwicklung des ländlichen Raums“ – unter diesem Titel steht Thümlers Besuch in Suderburg. Die erste Station seines Rundgangs ist das Projekt „Digitales Vertrauen im Einzelhandel“ von Professor Arnd Jenne. Dessen Ziel ist, digitale Technologien im Verkaufsraum an die Bedürfnisse der Kunden im ländlichen Raum anzupassen. Ein zweiter Aspekt ist die Konsumentenforschung am Beispiel von „Eye-Tracking“, also jener Datenbrille, die Thümler ausprobieren durfte. Damit wird erforscht, wie man Waren im Handel zielgruppengenau platzieren kann.

Anschließend bekommt Thümler einen Einblick in die Arbeit des im Januar gegründeten Instituts für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum. Dessen Leiter Professor Klaus Röttcher erläutert zusammen mit Professor Artur Mennerich aktuelle und künftige Projekte.

Erstmals wird dabei auch das neue Forschungsgebäude des Instituts vorgestellt. Dieses soll im Jahr 2020 im Süden des Campus Suderburg, auf einem Grundstück an der Herbert-Meyer-Straße, gebaut werden. Geplant ist ein rotes Klinkergebäude mit 14 Büroarbeitsplätzen. Daneben soll ein 300 Quadratmeter großes Forschungslabor mit einem Gründach entstehen, das Wasser speichert. „Wir werden kaum Niederschlagsabflüsse von diesem Dach haben“, erläutert Röttcher.

Dem rund 3,8 Millionen Euro teuren Neubau, der zum großen Teil aus EU-Geldern aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), aber auch aus Landesmitteln gefördert werden soll, blickt der Institutsleiter zuversichtlich entgegen: „Wir denken, dass wir damit einen ganzen Schritt vorankommen.“

Für die Finanzierung dieses Gebäudes sehe es recht gut aus, sagt Thümler. Jetzt müsse noch der Haushaltsausschuss des Landes die Gelder freigeben. „Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen, die Mittel zukommen zu lassen“, erklärt er. „Ich denke, dass wir 2019 absolute Klarheit haben werden.“ Die Bewässerung, so Thümler, werde in Deutschland immer wichtiger – nicht nur wegen des heißen und trockenen Sommers 2018. „Ich glaube, dass Wasser eines der entscheidenden Themen sein wird, mit denen wir uns forschungsmäßig auseinandersetzen müssen.“

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