Treckertreck in Dreilingen ist wieder ein echtes Spektakel / Erstmals drei Bremswagen im Einsatz

Dieselqualm und brüllende Motoren

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Schwarzer Qualm steigt aus dem Auspuff dieses Treckers auf. Die digitale Tafel zeigt: Er hat schon 41,47 Meter hinter sich.

Dreilingen. Kaum ist die Startflagge geschwenkt, setzt sich der Trecker in Bewegung. Eine Wolke aus schwarzem Dieselqualm schießt in den Himmel, der Motor dröhnt wie das Brüllen eines wütenden Löwen.

„Der Eliminator“ heißt einer der beiden großen Bremswagen, die gestern beim Treckertreck in Dreilingen im Einsatz waren. Hinzu kam ein kleiner Gewichtewagen.

Meter für Meter kämpft sich der PS-starke Bolide über das staubige Feld, im Schlepptau einen mächtigen Bremswagen. Nach 80 Metern ist es geschafft: Ein letztes Mal bäumt sich der Trecker auf, die Vorderreifen schweben einen Augenblick in der Luft, der Motor ächzt und stöhnt, doch die Schlepptour war erfolgreich. „Full Pull“ erscheint auf der digitalen Anzeigetafel des Gewichtewagens. Das bedeutet: Der Teilnehmer hat die maximale Strecke bis zum Ziel gemeistert. Applaus brandet bei den Zuschauern auf. Es ist wieder ein Spektakel, das sich gestern bei der 14. Auflage des Treckertrecks auf dem Festgelände am Horstberg in Dreilingen bietet. Veranstaltet wird das motorisierte Event wie immer von der Dorfgemeinschaft Dreilingen-Niebeck und der Feuerwehr Dreilingen. Bis zum Vormittag haben sich bereits rund 180 Teilnehmer für den Wettstreit in den knapp 20 Gewichtsklassen angemeldet. Die Starter kommen nicht nur aus dem Kreis Uelzen, sondern auch aus Hannover, Celle, Gifhorn, Peine, Soltau und Salzwedel.

Die Räder dieses Treckers schweben einen Augenblick in der Luft. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Schlepptour an dieser Stelle endet, weil das Gewicht des Bremswagens zu groß geworden ist.

In diesem Jahr gibt es eine Neuerung. Erstmals sind drei statt zwei Bremswagen im Einsatz: ein kleiner für die 70-Meter-Strecke und zwei große, mit denen für einen „Full-Pull“ die 80-Meter-Marke geknackt werden muss. Beide großen Zugschlitten – einer von ihnen trägt den treffenden Namen „Der Eliminator“ – sind zum ersten Mal in Dreilingen dabei. Je nach zurückgelegter Strecke bewegen sich die auf den Bremswagen befestigten Gewichte nach vorne. Dadurch bohrt sich der Schlitten immer tiefer in die Erde und der Zugvorgang wird mit jedem Meter schwieriger. Die meisten Starter schaffen deshalb den „Full-Pull“ nicht. Doch die Treckerfahrer kennen ein paar Tricks. „Sie lassen zum Teil die Luft aus den Reifen, denn damit zieht man besser“, verrät Winfried Schwieger, Mitorganisator des Treckertrecks. Und das ist auch notwendig, denn das Feld ist abschüssig und mittendrin gibt es einen Huckel. So mancher Trecker, der den Bremswagen „bergauf“ ziehen muss, bekommt an dieser Stelle Probleme. „Da kommen einige nicht drüber weg“, schildert Schwieger und grinst.

Er freut sich über den großen Zuspruch, den der Treckertreck auch diesmal erfahren hat. „Es gibt Zuschauer, die setzen sich morgens hin und gehen erst abends nach Hause“, erzählt er. Viele Besucher haben Campingstühle und Sonnenschirme mitgebracht, einige machen es sich auf Sofas bequem. Eine Gruppe trotzt der Hitze auf ganz eigene Weise: Sie hat eine mit Wasser gefüllte Badewanne dabei, in der sie ihre Getränke kühlt. So lässt es sich bei fast 30 Grad aushalten.

Von Bernd Schossadowski

Schweres Gerät bäumt sich auf: Trecker-Treck in Dreilingen

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