140 Starter beim Treckertreck in Dreilingen / Weniger junge Starter als in Vorjahren

Dieselgeruch und ächzende Motoren

+
Die beiden jungen Landwirte aus Bargdorf rechneten sich vor dem Rennen noch Chancen aus: Jannes Teuber (von links) und Christoph Giere.

Dreilingen. Das erste „Fullpull“ bestätigt Günther Winkelmann, Organisator und Moderator des Treckertrecks in Dreilingen, schon kurz nach dem ersten Start.

Rund 140 Trecker hatten sich zum Start in Dreilingen angemeldet und warteten beim „Boxenstopp“, dass ihre Startnummer aufgerufen wird.

Knapp 100 Meter Wettkampfbahn sind auf dem Horstberg planiert und eingezäunt. Alle paar Minuten starten der kleine und der große Bremswagen als schwere Last an einem der Teilnehmer-Trecker. Einige von ihnen haben ein aufgestocktes Gewicht, das allerdings ausschließlich am Zugmaul angebracht werden darf. Vorsichtig fährt Christian Cramm aus Hohne (Landkreis Celle) seinen Trecker an bis die Kette vom Bremswagen auf Spannung ist. Die grüne Flagge signalisiert den Start und dann schnauft und ächzt der Trecker los.

Während sich die Schaufeln des Bremswagens durch die Gewichte gemächlich in den Boden graben, steigt der ziehende Trecker von Bauer Christian Cramm aus Hohne vorne langsam hoch.

Dieselgeruch liegt in der Luft. Schwarze Wolken verlassen den Motorraum des Treckers. 30, 40, 60 Meter schaffen die meisten Trecker. Da das Schalten während des Pulls nicht erlaubt ist, merken die Fahrer erst jetzt, dass ihnen und ihrem Gefährt die Puste ausgeht, die Pferdestärken ausgereizt sind – und müssen sich beherrschen. Doch dann das erste „Fullpull“: Beim großen Bremswagen sind das 80 Meter beim kleinen Bremswagen genügen 70 Meter. Max Budik hat die 80 Meter mit dem Bremswagen des Teams „Blue Fighter“ aus Apen bei Westerstede im Schlepptau geschafft. Beherrschung erfordert auch der Anstieg auf die Hinterreifen. „Da möchte man instinktiv vom Sitz aufstehen“, sagt Henning Baar, der von allen nur als „Fiat-Mann“ bezeichnete Landwirt aus Bosse im Heidekreis.

Das angesprochene Aufstehen ist den Fahrern nicht erlaubt. Jede Überschreitung bedeutet sofort Disqualifizierung. Also passen alle auf. Plötzlich steigen die Vorderräder des kleinen schwarz-lackierten Treckers doch nach oben und hängen minutenlang in der Luft, während die breiten Hinterreifen das Gespann aus Trecker und Bremswagen sich nur noch sehr langsam nach vorne bewegen. „Es macht einfach Riesenspaß“, juchzen die beiden jungen Landwirte Jannes Teuber und Christoph Giere aus Bargdorf bevor sie selbst auf ihre Fendt steigen, um die Pole-Position einzunehmen. „Dieses Jahr könnte es was werden“, meint Giere, der schon zum vierten Mal dabei ist und bedauert, dass weniger junge Teilnehmer als letztes Mal da sind. „Das liegt an den Prüfungsterminen der Landwirtschaftlichen Schule“, meint Teuber, „die Jungen müssen alle büffeln und haben keine Zeit für den Treckertreck.“

Von Angelika Jansen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare