Erste violette Farbtupfer

Deutlich früher als gewöhnlich: Heideblüte bei Ellerndorf hat begonnen

Die vierjährige Lucia Kuschel aus Lintzel, hier mit ihrem Hund Raily, freut sich: In der Ellerndorfer Wacholderheide zeigen sich die ersten violetten Blüten – dank der vielen Niederschläge in diesem Jahr früher als gewöhnlich.
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Die vierjährige Lucia Kuschel aus Lintzel, hier mit ihrem Hund Raily, freut sich: In der Ellerndorfer Wacholderheide zeigen sich die ersten violetten Blüten – dank der vielen Niederschläge in diesem Jahr früher als gewöhnlich.

Ellerndorf – Für die vierjährige Lucia Kuschel aus Lintzel, die gestern mit ihrem Vater Alexander und Hund Raily in der Ellerndorfer Wacholderheide spazieren geht, ist es schöner Anblick: Auf der 70 Hektar großen Fläche zeigen sich schon die ersten zartvioletten Blüten.

Sie sind damit etwa zehn Tage früher als gewöhnlich dran, denn nach einer Faustformel blüht die Heide in Norddeutschland zwischen dem 8. August und 9. September. Zu verdanken ist die frühe Blüte in diesem Jahr der günstigen Witterung.

„Der Sommer war bislang relativ feucht und nicht zu heiß. Das hat der Heide gutgetan“, erklärt Götz Schimmack, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide. „Wir sind froh, dass es in dieser Woche noch mal geregnet hat. Das war ganz wichtig.“ Und dass es in den nächsten Tagen ziemlich warm werden soll, komme dem Wachstum der Blüten ebenfalls entgegen. Ganz anders sah das im Sommer 2018 aus, als die Heideblüte wegen der monatelangen Hitze und Trockenheit ausfiel (AZ berichtet).

Die Ellerndorfer Heide wurde 2014 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Zwar war sie gestern noch weit davon entfernt, großflächig in violettem Glanz zu erstrahlen. Aber kleine blühende Inseln waren schon sichtbar. „Es liegt ein leichter Schimmer über der Fläche. Das geht jetzt schnell“, freut sich Schimmack.

Die Lüneburger Heide GmbH führt auf ihrer Homepage ein aktuelles Tagebuch über die Entwicklung der Heideblüte in Norddeutschland. Am Dienstag war dort zu lesen: „Punktuell zeigen sich immer mehr blühende Heidesträucher, und in der Fläche sind lila Farbtupfer auszumachen.“ Gestern hieß es dort: „In der Döhler Heide, an Hannibals Grab, der Heide am Kienmoor und in der Osterheide sind vereinzelt blühende Heidesträucher zu entdecken. In der Fläche ist ein leichter lila Schimmer auszumachen, der durch die vielen ungeöffneten Heideblüten entsteht.“ In ein paar Tagen sei mit einer üppigen Blüte zu rechnen.

Damit sich die Ellerndorfer Wacholderheide ansprechend präsentiert, kümmert sich der Verein um Götz Schimmack jedes Jahr intensiv um die Pflege. Ab Oktober sind die nächsten Maßnahmen geplant. „Es muss Wacholder entnommen werden. Er ist zu dicht und unterdrückt die Heide“, sagt der Vorsitzende. Auf der vor einigen Jahren integrierten Erweiterungsfläche sollten zudem Kiefern- und Birkenschösslinge entfernt werden, schlägt Schimmack vor.

Die geplanten Pflegemaßnahmen möchte der Verein im August gemeinsamen mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde, der Firma Rheinmetall, Heideschäfer Gerd Jahnke und weiteren Beteiligten abstimmen. Im Herbst soll dann die Mitgliederversammlung nachgeholt werden, die wegen der Corona-Krise bislang nicht stattfinden konnte. VON BERND SCHOSSADOWSKI

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