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Corinna Stremme aus Emern hat ein Buch über Trauer und Verluste von Kindern geschrieben

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Von: Bernd Schossadowski

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Link ist Buchautorin Corinna Stremme zu sehen, rechts das Cover ihres Buches
Corinna Stremme mit dem Cover ihres neuen Buches „Töffel & Bruno trauern auf ihre Art“ © Montage: Kilian

Bruno ist verzweifelt: Seine Schwester Emma wird nie mehr gesund werden. Auch seine Eltern sind am Boden zerstört. Darf er fröhlich sein, wenn es Emma schlecht geht? Wie gut, dass seine Freundin Töffel ihn in dieser Situation unterstützt. Darum geht es in dem neuen Buch „Töffel & Bruno trauern auf ihre Art“ von Corinna Stremme aus Emern.

Emern - Das Buch erscheint in den kommenden Tagen und setzt sich mit Trauer und Verlusten von Kindern auseinander. Das Besondere daran: Bruno ist ein Bär, seine Freundin Töffel ein Hamstermädchen. Ihnen steht ein kluger Uhu namens Abraham mit Ratschlägen zur Seite. Denn Bruno befürchtet, Emma könne sterben, und Töffel und ihre Freunde wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen.

Wichtig ist Corinna Stremme nicht nur die Unterhaltung, die sie mit ihrer kind-gerechten Erzählung verfolgt. Es geht vor allem darum, Betroffenen Hoffnung zu vermitteln, wie sie Trauer um einen geliebten Menschen verwinden können. „Und es geht um die Frage, warum Kinder anders als Erwachsene trauern“, erklärt die Autorin im AZ-Gespräch. Eine wichtige Botschaft des Buches an alle Kinder lautet: „Über Gefühle darf unbedingt gesprochen werden“, erklärt die 51-Jährige.

Das Kinder-Fachbuch enthält auf 56 Seiten neben einer Vorlesegeschichte auch einen Strategieteil. Darin finden sich hilfreiche Tipps für Eltern und Therapeuten, zudem „Gefühlskarten“ zum Einsatz in Kita, Schule oder der Therapie. „Viele Kinder wissen nämlich nicht, wie sie ihre Gefühle ausdrücken können“, schildert Corinna Stremme. Mithilfe der Karten sei das möglich. Auch Einschätzungen der Kinder-und Jugend-Psychotherapeutin Mirja Rößner, Leiterin der Erziehungsberatungsstelle in Lüchow, gibt es in dem Buch.

Corinna Stremme war es wichtig, sich Unterstützung bei Fachleuten zu holen, die Erfahrung mit Kindern und ihrem Trauerprozess beim Verlust geliebter Menschen haben. Annette Seydlitz, systemische Familientherapeutin, hat beispielsweise geholfen, Töffel und Bruno zu dem werden zu lassen, was sie jetzt sind: Kinder, die trauern und Verluste verwinden, dabei aber auch zulassen, zu spielen und unbeschwert zu sein. Die Zeichnungen von Britta Bolle hatten es der Schriftstellerin gleich angetan. Auf diese ist sie im Internet gestoßen.

Ursprünglich hat Corinna Stremme – Lehrerin an der KGS Clenze, Lerntherapeutin und Mitbegründerin des Vereins „Hamster im Kopf“ zur Stärkung von ADHS-Betroffenen – Sachbücher geschrieben. Weil sie selbst eine inzwischen 15-jährige Tochter mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung hat, kam ihr die Idee zu einem Kinderbuch über dieses Thema. Daraus entstand 2020 „Töffel ist toll, wie sie ist“.

„Diesen ersten Teil habe ich tatsächlich für meine Tochter geschrieben“, verrät Corinna Stremme. In der Erzählung über das Hamstermädchen, das lustig und neugierig ist, aber einfach nicht stillsitzen kann, hat sich ihre Tochter sofort wiedererkannt – und sie sei richtig erleichtert gewesen. „Sie hat zu mir gesagt: ,Töffel ist ja wie ich‘“, erzählt die Autorin.

Auch im zweiten Teil der Reihe kommen Abenteuer und das Thema ADHS nicht zu kurz. „Töffel & Bruno trauern auf ihre Art“ ist ab dem 10. Februar zum Preis von 17,90 Euro im Buchhandel und unter www.ideen-stifterei.de erhältlich. Dort gibt es auch den ersten Band.

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