Ausschuss lehnt Festlegung als Grünfläche ab

Eckgrundstück an Bahnhofstraße in Suderburg: Die Chance auf Wohnbebauung bleibt

Soll das Eckgrundstück an der Kreuzung von Bahnhofstraße und „In den Twieten“ in Suderburg als Grünfläche ausgewiesen oder für Wohnbebauung vorgehalten werden? Darüber diskutierte jetzt der Bauausschuss.
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Soll das Eckgrundstück an der Kreuzung von Bahnhofstraße und „In den Twieten“ in Suderburg als Grünfläche ausgewiesen oder für Wohnbebauung vorgehalten werden? Darüber diskutierte jetzt der Bauausschuss.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Soll die Gemeinde Suderburg auf dem Eckgrundstück zwischen Bahnhofstraße und „In den Twieten“ private Wohnbebauung ermöglichen? Oder soll das 3252 Quadratmeter große Areal, das der Gemeinde gehört, als Grünfläche erhalten bleiben? Darüber diskutierte jetzt der Bauausschuss.

Suderburg – Letztlich wurde mit vier zu eins Stimmen empfohlen, den Bebauungsplan zu ändern, um die Möglichkeit zu sichern, dass dort ein Wohnhaus errichtet werden kann. .

Das lehnte Götz Schimmack strikt ab. Er beantragte, das Grundstück als Dorfgemeinschaftsplatz zu widmen. „Es geht um die Gestaltung des Ortskerns und die innerörtliche Entwicklung“, meinte er und erinnerte an die Nutzungsmöglichkeiten, die diese Fläche biete: Die Kyffhäuser feierten dort ihr Schützenfest, die Dorfgemeinschaft stelle jedes Jahr den Mai- und den Weihnachtsbaum auf, und die „Suderburger Wirtschaft in Aktion“ veranstalte ihren Gewerbetag. Mit der Ausweisung als öffentliche Grünfläche werde Lebensqualität im Ort erhalten, bekräftigte Schimmack.

„Das ist ein schönes, grünes Stück im Zentrum von Suderburg, das vielseitig genutzt werden kann“, erklärte sein Gruppenkollege Dierk Pellnath. Würde die Gemeinde die Fläche verkaufen, bekomme sie „einmal eine Einnahme, und das war‘s“, warnte er.

Auch Reinhard Dehrmann (WSL) war dafür, das Grundstück zu behalten. „Dieser Platz ist ortsprägend“, sagte er. Elvira Müller (parteilos) verwies darauf, dass sich die Gewerbetreibenden für den Erhalt des Areals ausgesprochen hätten und dazu bereit seien, es attraktiver zu gestalten. Es gebe kaum noch schöne Ecken im Ort. „Wir dürfen nicht alles zupflastern“, betonte Müller. „Diese Fläche ist ein bisschen Suderburg.“

Eine andere Meinung vertrat Hans-Jürgen Drögemüller (SPD). „Wir können es uns nicht leisten, so ein Filetstück im Herzen von Suderburg als Fläche vorzuhalten, um einmal im Jahr ein Schützenfest zu feiern oder den Maibaum aufzustellen“, meinte er. Für das Schützenfest lasse sich sicherlich ein anderer Platz im Ort finden. Durch einen Verkauf könne die Gemeinde zudem Einnahmen erzielen. „Wir müssen sehen, dass wir Suderburg weiter voranbringen“, forderte Drögemüller.

Auch Karsten Scherer (CDU) würde einen Verkauf des Eckgrundstücks begrüßen. „Dort sollte ein ortsbildprägendes Gebäude hinkommen“, schlug er vor. Zumindest sollte sich der Rat durch die Änderung des Bebauungsplans – sie ermöglicht mehr überbaute Fläche und eine Änderung der Baugrenzen – diese Option für die Zukunft offen halten. Mit der Festlegung als Grünfläche würde sich die Gemeinde dieser Chance jedoch berauben, argumentierte Scherer.

Unterstützung erhielt er von Udo Depner (CDU). „Ob wir diese Fläche später mal verkaufen, steht auf einem ganz anderen Blatt“, sagte er. Lasse die Politik dort Wohnbebauung planungsrechtlich zu, „sind wir in jeder Entscheidung frei“. Dem schloss sich der Ausschuss mit großer Mehrheit an.

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