Campus Suderburg boomt

Die Erstsemester der Fakultät Bau-Wasser-Boden starteten gestern ihr Studium in Suderburg.

Suderburg - Von Wiebke Brütt. Start frei hieß es gestern für 77 Erstsemester an der Fakultät Bau-Wasser-Boden in Suderburg. Der kleinste Campus der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften begrüßte damit zu diesem Wintersemester insgesamt 192 „Anfänger“ in ihren Räumen – denn die Fakultät „Handel und Soziale Arbeit“ nahm bereits vor zwei Wochen ihre „Frischlinge“ auf.

Studenten von vier unterschiedlichen Studiengängen durchstreiften den Campus, machten ihre ersten Schritte in der Hochschule – und fanden diese um einiges moderner vor, als es noch die Erstsemester, die im Sommer ihr Studium aufgenommen hatten. Die Sanierung der Mensa ist fast abgeschlossen und die Hörsäle des B-Traktes erstrahlen bereits in neuem Glanz – alles Maßnahmen, die in der vorlesungsfreien Zeit im Sommer angepackt wurden.

Insgesamt wurden in den drei Semestern, in denen der Campus Suderburg nun der Ostfalia Hochschule angeschlossen wurde, bereits zwei Millionen Euro in die Modernisierung des Studienstandortes investiert – und 1,7 Millionen sollen noch in den Campus Suderburg fließen, wie Präsident Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach, der die Hochschule bereits seit 1989 leitet, bei einem Treffen mit Vertretern des Arbeitskreises Wissenschaft und Kultur der CDU und FDP des Landkreises, anmerkt. So sollen der Altbau energetisch saniert, weitere Büroflächen geschaffen und beispielsweise die Bibliothek ausgeweitet werden. „Mit der neuen Fakultät Handel und soziale Arbeit studieren hier nun auch Geisteswissenschaftler, die die Bibliothek einfach ganz anders nutzen werden.“

Von den insgesamt 533 Frauen und Männern, die in Suderburg eingeschrieben sind, entfallen heute bereits 212 auf die im vergangenen Sommersemester neu gegründete Fakultät „Handel und soziale Arbeit“. „Das ist ein absoluter Selbstläufer. Wir brauchen die beiden neuen Studiengänge „Handel und Logistik“ und „Soziale Arbeit“ im Grunde gar nicht zu bewerben“, sagt Umbach, „Eigentlich wollten wir für Soziale Arbeit nur 36 Studierende aufnehmen. Aufgrund der großen Anfrage haben wir nun aber doch 69 zugelassen. Wenn es sein müsste, könnten wir die Hochschule alleine mit dieser zweiten Fakultät füllen.“

Und auch für den im kommenden Jahr anstehenden doppelten Abiturjahrgang fühlt sich die Hochschulleitung gerüstet – zumindest was die Lehre angeht. An allen fünf Ostfalia-Standorten sollen wegen des doppelten Jahrgangs 1000 Studienplätze mehr geschaffen werden. Wohnraumtechnisch sieht es jedoch in Suderburg nicht so rosig aus (die Az berichtete). „Unser Ziel ist es, hier mittelfristig 1000 Studierende zu haben“, erklärt Umbach. Eng wird es aber schon zum kommenden Wintersemester. „Wir wollen am 1. März 100 weitere Studierende aufnehmen“, blickt Prof. Dr. Thomas Waldeer, Dekan der Fakultät Handel und Soziale Arbeit wenige Monate voraus. Darum appellierte die Hochschulleitung an Wohnungsbaugesellschaften sowie private Vermieter, Wohnraum für die jungen Leute zur Verfügung zu stellen. „Vielleicht gibt es ja noch die Möglichkeit, einen Dachboden auszubauen“, stellte Umbach eine Idee in den Raum. Auch Gespräche über ein weiteres Studentenwohnheim werden geführt – jedoch bisher ohne Ergebnis. „Lediglich diese Wohnraumfrage könnte für uns ein limitierender Faktor werden“, schlug Umbach mahnende Töne an. Denn was die Entwicklung des Hochschulstandortes an sich angeht, rechnet er damit, dass Suderburg fortwährend interessanter für Studenten werden wird.

So sind bereits für das Wintersemester 2011/12 zwei weitere Angebote geplant: „Angewandte Informatik“ und „BWL online“ sollen noch mehr Studierende nach Suderburg ziehen. Waldeer: „Das wird dann auch an der Gemeinde nicht spurlos vorübergehen. Suderburg wird durch die Studenten verjüngt und sollte sich darum auch bemühen, den Studenten etwas zu bieten.“

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