Jubiläum auf Anlage in Hösseringen

Campingplatz am Hardausee wird 50 Jahre alt

Familie Köllner zusammen mit ihren Mitarbeitern und Freunden.
+
Campingplatz-Betreiber in dritter Generation: Familie Köllner (Mitte) zusammen mit ihren Mitarbeitern und Freunden. Zur vollständigen Ansicht des Fotos klicken Sie bitte oben rechts auf das Symbol.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
    schließen

Vor 50 Jahren, am 1. April 1971, wurde der Campingplatz am Hardausee in Hösseringen von Wilhelm und Ingrid Köllner gegründet. Seitdem hat sich auf der Anlage eine Menge ereignet: von Umbaumaßnahmen bis zu einem legendären Fußballspiel.

Hösseringen – Die 15 Hektar große Anlage von Familie Köllner bietet gute Möglichkeiten zur Erholung. Und doch ist der Campingplatz am Hösseringer Hardausee nicht nur ein Urlaubsdomizil. Unter den vielen tausend Campern, die dort zu Gast waren, hat sich auch manche Liebesbeziehung entwickelt. Und das ist gut so, denn sonst würden Clio Ohlde (3) und ihre Schwester Lotta (2), deren Großeltern sich einst am Hardausee kennengelernt haben, jetzt nicht fröhlich über die Anlage wuseln.

Aber der Reihe nach: Vor 50 Jahren, am 1. April 1971, haben Wilhelm und Ingrid Köllner den Campingplatz gegründet. 1992 übernahm ihr Sohn Jörg zusammen mit seiner Ehefrau Ulrike die Anlage. Inzwischen ist sogar die dritte Generation aktiv: Tochter Janna ist 2016 fest eingestiegen und wird den Platz weiterführen. Ihre Schwester Lena hilft regelmäßig auf dem Campingplatz mit.

In den vergangenen 50 Jahren hat sich vor Ort eine Menge getan. „Wir könnten ein Buch schreiben. Es gibt so viele Geschichten“, sagt Ulrike Köllner. Zum Beispiel jene über die drei Rentner, die einst als Dauercamper auf dem Platz lebten. Jahrelang arbeiteten sie mit Jörg Köllner zusammen und hielten die Anlage in Schuss. „Dabei sind auch etliche Paletten Cola und Whisky weggegangen“, erinnert sich Köllner und lacht. „Das war eine richtige Freundschaft, sie gehörten fast zur Familie dazu.“

Früher kamen fast nur Dauercamper

In all der Zeit gab es auch bauliche Veränderungen. Anfangs war die Rezeption noch in einem Wohnwagen untergebracht, später in einem Toilettenhaus. 1972 bauten die Köllners ihr Wohnhaus mit integrierter Rezeption an der Campingplatz-Einfahrt.

„Früher gab es hier fast nur Dauercamper, die meisten waren Berliner“, erzählt Jörg Köllner. Doch nach der Grenzöffnung 1989 wandelte sich das. Viele Camper machten fortan Urlaub im Umland von Berlin, weil der Weg kürzer war. Stattdessen kamen immer mehr Touristen an den Hardausee. Heute zählt die gepflegte Anlage, die bereits viele Auszeichnungen gewonnen hat (AZ berichtete), 280 Plätze für Dauercamper und 140 für Touristen.

In den 1970er-Jahren war Kerstin aus Hamburg mit ihren Eltern auf dem Campingplatz zu Gast. Dabei lernte sie den Hösseringer Michael Ohlde kennen. Die beiden verliebten sich, heirateten und bekamen zwei Kinder: Maren und Henrik. Von Anfang an bestand eine enge Freundschaft zwischen den Familien Köllner und Ohlde. Und so ist Jörg Köllner der Patenonkel von Henrik, während Janna Köllner die Patentante von Lotta, der jüngeren Tochter von Maren Ohlde, ist.

Uwe Lories ist ein Urgestein des Campingplatzes

Schon seit 43 Jahren lebt Uwe Lories auf der Hösseringer Anlage. Der 78-Jährige hat eine Mietwohnung in Hamburg, doch mit seinem Zweitwohnsitz ist er am Hardausee angemeldet. Dort besitzt er ein schmuckes Haus mit 60 Quadratmetern Wohnfläche. Lories ist ein echtes Urgestein des Campingplatzes. In jungen Jahren hat er Wilhelm Köllner bei Pflasterarbeiten geholfen. „Daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt“, erzählt er stolz.

1981 wurde Lories, der ein glühender Fan des FC St. Pauli ist, gefragt, ob er eine Campingplatz-Auswahl für ein Fußballspiel gegen ein gemischtes Team des VfL Suderburg und TSV Hösseringen zusammenstellen könnte. Gesagt, getan: „Auf dem Sportplatz haben uns 500 Leute zugeschaut. Und ich habe in der 86. Minute das Siegtor zum 1:0 geschossen“, verrät Lories schmunzelnd.

Für ihn hat der Campingplatz auch noch eine tiefere Bedeutung, denn dort hat er eine neue Liebe gefunden. Der Tod seiner Frau 2009 hat ihn emotional sehr mitgenommen. Doch irgendwann zog auf dem Platz eine nette Witwe aus Stuttgart ein. Mit der Zeit kamen sich die beiden näher. „Das hat sich super entwickelt. Seit zwei Jahren sind wir miteinander liiert“, freut sich Lories. Nicht nur deshalb sagt er aus vollem Herzen: „Ich bin sehr froh. Dieser Platz ist meine zweite Heimat geworden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare