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Bundesanstalt startet Forschungsprojekt zur Lithium-Suche bei Dreilingen

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Von: Bernd Schossadowski

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Lithium-Abbau in der Atacama-Wüste in Chile
Lithium-Abbau in der Atacama-Wüste in Chile. Auch bei Dreilingen wird jetzt nach dem begehrten Metall gesucht – vorerst aber nur als Forschungsprojekt. © Lucas Aguayo Araos

In dem Bohrloch der Geothermieversuche südwestlich von Dreilingen startet ein neues Forschungsprojekt: Bis Ende 2024 darf hier nach Lithium gesucht werden. Dabei sollen Potenziale für die Gewinnung des Leichtmetalls aus Thermalwasser untersucht werden.

Dreilingen – Ohne Lithium-Ionen-Akkus wären Elektrofahrzeuge undenkbar. Das begehrte Leichtmetall wird hauptsächlich in Australien, Chile, China und Argentinien abgebaut – und möglichweise in paar Jahren auch im Landkreis Uelzen. Denn die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit Sitz in Hannover hat zum 1. November die Erlaubnis zum Aufsuchen von Lithium zu Forschungszwecken südwestlich von Dreilingen erhalten. Diese wurde ihr vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie erteilt.

Das Erlaubnisfeld heißt Horstberg I, ist etwa 25 Quadratkilometer groß und liegt überwiegend im Gebiet der Gemeinde Eimke, in kleinen Teilen auch in den Gemeinden Suderburg und Gerdau. Bis Ende 2024 ist die Erlaubnis für das Aufsuchen von Lithium aus Thermalwasser befristet. Dabei wird die BGR das Bohrloch bei Dreilingen, in dem sie von 2003 bis 2018 Geothermie-Forschungen betrieben hatte (AZ berichtete), für die Lithium-Erkundung nutzen. Neue Bohrungen wird es dort nicht geben.

„Aufgrund der großen Weltmarktnachfrage ist der Lithium-Preis exorbitant gestiegen“, erklärt Dr. André Stechern, Projektleiter bei der BGR, auf Anfrage der AZ. Im Oberrheingraben werde an verschiedenen Stellen versucht, Lithium aus Wasser zu lösen, das aus in geothermischen Tiefen stammt, erklärt Stechern. Dort betrage die Konzentration etwa 160 Milligramm pro Liter Wasser. „Das wird bereits als wirtschaftlich betrachtet“, sagt der Projektleiter. Im Erlaubnisfeld Horstberg I seien es sogar 190 Milligramm.

Die Wasserentnahmen in dem dortigen Bohrloch sollen aus zwei verschiedenen Sandstein-Formationen – in 3650 und in 3800 Metern Tiefe – erfolgen. „Die praktischen Arbeiten sind für 2023 und 2024 geplant“, kündigt Stechern an. Ob nach Abschluss des Forschungprojekts irgendwann tatsächlich Lithium bei Dreilingen abgebaut wird, steht aber noch nicht fest

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