Vorerst keine weiteren Hallen

Bürgermeister legt Pläne für Erweiterung des Flughafens Barnsen auf Eis

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So sieht der Flugplatz Barnsen aus der Luft aus. Ein neuer Bebauungsplan hätte den Weg für die Schaffung weiterer Flugzeughallen frei gemacht. Doch die Pläne liegen erst einmal auf Eis.

Barnsen – Es ist schon seit Jahren ein Streitthema in Barnsen und Umgebung: der mögliche Bau weiterer Flugzeughallen auf dem örtlichen Flugplatz. Doch jetzt vollzieht die Gemeinde Gerdau eine unerwartete Kehrtwende.

Wie Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU) auf AZ-Anfrage bestätigt, wird die beabsichtigte Änderung des Bebauungsplans, die die Erweiterung des Flugplatzes ermöglicht hätte, auf Eis gelegt.

„Wir werden das Verfahren vorerst nicht weiter betreiben“, sagt Kleuker. Die Grundlage seiner Entscheidung, die er mit der CDU-Ratsfraktion abgestimmt hat, sind Gespräche mit dem Landkreis als Eigentümer des Flugplatzes und mit dem FSV Cumulus als Nutzer des Areals. Das Ergebnis ist eindeutig: „Mittelfristig ist kein echter Bedarf für den Bau weiterer Hallen zu erwarten“, berichtet Kleuker. Lediglich der FSV Cumulus erwäge, auf dem Gelände eine zusätzliche, größenmäßig aber überschaubare Halle zu errichten. Eine Erweiterung um mehrere tausend Quadratmeter Hallenfläche, wie von vielen Barnsern befürchtet, ist somit offenbar vom Tisch.

Auch wenn es dafür aktuell keinen Bedarf gebe, schränkt Kleuker ein: „Wie sich das in der Zukunft entwickelt, wird man sehen. Zurzeit ist das ein Reiben an der Glaskugel.“ Auch die bereits beschlossene Schließung des Lüneburger Flughafens zum 31. Oktober 2020 werde nicht zu einem Ansturm der dortigen Flugsportler nach Barnsen führen, glaubt der Bürgermeister. „Über eine gewisse Fluktuation hinaus ist derzeit nichts erkennbar. Es gibt ja noch andere Flugplätze.“

Wolfgang Hahnemann, Sprecher der SPD/Grünen-Gruppe im Gerdauer Rat, begrüßt das Vorgehen Kleukers. „Das ist genau in unserem Interesse. Ich bin kein Freund dieses riesigen Bebauungsplans mit bis zu 6600 Quadratmetern Hallenfläche“, sagt er. Mit dem gegenwärtigen Zustand des Flugplatzes ist er einverstanden. Sollte dann noch Bedarf von weiteren 500 Quadratmetern Hallen für den FSV Cumulus bestehen, trage er auch das mit, erklärt der SPD-Politiker. „Aber nicht diese Riesenfläche.“ Hahnemann hält es jedoch für möglich, dass nach der Schließung des Lüneburger Flughafens eine Abwanderung nach Barnsen einsetzen wird. „Wo sollen denn all die Flieger aus Lüneburg hin?“, fragt er.

Auch Ratsmitglied Hermann Meyer (FWG), ein scharfer Kritiker einer Flugplatz-Erweiterung in Barnsen, warnt vor voreiligem Optimismus. „Ich begrüße das, bin aber skeptisch, ob das von langer Dauer ist“, sagt er mit Blick auf Kleukers Entscheidung zum Bebauungsplan. Meyer befürchtet, dass das Thema nur vertagt ist. Mittelfristig werde der Bedarf nach neuen Flugzeughallen steigen. „Am 1. November 2020 stehen hier zehn Mitglieder des Luftsportvereins Lüneburg und bitten um Einlass“, meint er.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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