Fahrzeug ist bestellt

Bürgerbus kommt ins Rollen: Projekt des Suderburger Vereins steht auf eigenen Füßen

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Die Teilnehmer an der Abschlussveranstaltung des „Win-Win-Projekts“. Der daraus entstandene Bürgerbus für Suderburg steht nun komplett auf eigenen Füßen.

Suderburg – Das Ziel ist, für mehr Mobilität im ländlichen Raum zu sorgen. Dazu hatte sich der Suderburger Bürgerbus-Verein gegründet. Jetzt steht das Vorhaben komplett auf eigenen Füßen. Das übergreifende „Win-Win-Projekt“ der St.-Remigius-Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde Suderburg wurde nun offiziell beendet.

Für den geplanten Start des Bürgerbusses sieht es sehr gut aus. Das Gefährt auf der Basis eines VW T6 ist jetzt bestellt, berichtete Bernd Roggemann, Fahrdienstleiter des Vereins.

Demnächst machen die Fahrer ihren Personenbeförderungsschein und die Haltestellen werden aufgebaut. Laut Vereinsbeschluss soll nach der fünfjährigen Einsatzzeit des Dieselbusses auf einen Elektrobus, der ausschließlich mit selbst erzeugtem regenerativen Strom betrieben wird, umgestiegen werden. Bis dahin sind aber noch etliche technologische Entwicklungen notwendig.

Iris Tuttlies und Dr. Fritz Anhelm vom Oldenburger INEP-Institut blickten bei der Abschlussveranstaltung des „Win-Win-Projekts“ im Suderburger Pfarrsaal auf die vielen Workshops zurück, die es seit 2017 gegeben hatte. Das Institut hat das Projekt von Beginn an mit Moderation und Beratung begleitet. Die Finanzierung übernahmen die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Klosterkammer Hannover.

Keimzelle des Projekts ist die Umweltgruppe „Grüner Hahn“ der St.-Remigius-Gemeinde Suderburg. Quasi als Auszeichnung für ihre langjährige Umweltarbeit war sie als eine von vier Kirchengemeinden ausgewählt worden. So entstand schließlich der Verein Bürgerbus und, noch nicht abgeschlossen, die Idee einer Solarnutzung der öffentlichen Dächer.

Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff bedankte sich bei der Abschlussveranstaltung bei allen Akteuren. Für die Solarnutzung sieht er gute Chancen, zum Beispiel bei einer Eigenstromversorgung des Suderburger Kindergartens. Dessen geplante bauliche Erweiterung biete beste Chancen dazu, meinte Hoff. Günther Schröder vom „Grünen Hahn“ berichtete über die Pläne, weitere Kirchengebäude solarmäßig „anzuzapfen“.

Pastor Mathias Dittmar hatte zuvor im Gottesdienst das „Win-Win-Projekt“ in den Mittelpunkt seiner Predigt gestellt. Er machte Mut, über den Bürgerbus hinaus zu schauen und die Chance zu sehen, unterschiedlichste Ansätze der Gemeinde Suderburg miteinander zu verbinden. Dittmar lobte auch das bürgerschaftliche und begeisternde Engagement aller Projektmitarbeiter.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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