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Suderburg: Bürger entscheiden über alte Schule am Gänsekamp

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Von: Bernd Schossadowski, Lars Lohmann

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Das Gebäude der alten Schule am Gänsekamp.
Soll die alte Schule in Suderburg erhalten bleiben? Darum geht es beim Bürgerentscheid am 12. Juni. Dabei müssen mindestens 761 Ja-Stimmen abgegeben werden, um den Abrissbeschluss des Rates zu kippen. © Schossadowski

Das Datum für den Bürgerentscheid zum Erhalt der alten Schule am Gänsekamp in Suderburg steht jetzt auch offiziell. Einstimmig hat der Gemeinderat den 12. Juni als Abstimmungstag festgelegt.

Suderburg - An jenem Sonntag sind die Einwohner der Gemeinde Suderburg dazu aufgerufen, zwischen 8 und 18 Uhr in den Wahllokalen über die Zukunft des 114 Jahre alten Gebäudes zu entscheiden.

Wie berichtet, hatte der Rat im Juni 2021 mehrheitlich beschlossen, die alte Schule abzureißen. Direkt nebenan wird derzeit ein neues Gebäude für zwei Krippengruppen errichtet. Gegen die Abrisspläne regte sich in Suderburg jedoch Widerstand. So hatten Dr. Peter Borm und Andreas Paschko im vergangenen Jahr ein Bürgerbegehren zum Erhalt der alten Schule gestartet. 375 gültige Unterschriften waren dafür bis zum Stichtag am 6. März erforderlich, am Ende wurden sogar 416 bei der Gemeinde eingereicht.

Deshalb wurde nun im zweiten Schritt der Bürgerentscheid eingeleitet. Laut Ordnungsamtsleiter Holger Scheuermann müssen zunächst die Formalien ihren Lauf nehmen, damit die Abstimmung wie vorgeschrieben stattfinden kann. Der nächste Schritt ist die Veröffentlichung im Amtsblatt am 14. April. Einen Tag danach könne man mit der Suche und Verpflichtung der benötigten Wahlvorstände beginnen, erklärte Scheuermann auf Nachfrage von Ratsherr Götz Schimmack. „Wer das freiwillig machen möchte, kann sich bei uns melden“, sagte Scheuermann. Er ist im Suderburger Rathaus unter (0 58 26) 9 80 21 erreichbar.

Ansonsten werde man darauf achten, dass diejenigen Bürger Wahlvorstände werden, die diese Funktion schon seit längerer Zeit nicht mehr erfüllt haben. „Wir hatten erst die Bundestagswahl und die Kommunalwahl und es kommt noch eine Landtagswahl. Da darf die Belastung für den einzelnen nicht zu groß werden“, erläuterte Scheuermann. Zudem sei die Berufung in den Wahlvorstand eine Bürgerpflicht und könne nur mit sehr triftigen Gründen abgelehnt werden, betonte Bauamtsleiter Rüdiger Lilje.

Damit der Bürgerentscheid bindend ist und der Ratsbeschluss zum Abriss der alten Schule gekippt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So ist am 12. Juni die Mehrheit der gültigen Stimmen erforderlich. Zugleich müssen mindestens 20 Prozent der wahlberechtigten Einwohner der Gemeinde für den Erhalt des Gebäudes stimmen. Das bedeutet, dass wenigstens 761 Ja-Stimmen abgegeben werden müssen.

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