Eimker Initiative will beim Dialogforum überprüfen, ob ein Trassen-Neubau überhaupt notwendig ist

Bürger beleuchten Bahn-Planung

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Kurt Wiedenhoff und Heiko Rußmann, Sprecher der Bürgerinitiative Pro Lebensraum Eimke-Wriedel, beim Trassenleuchten am Containerturm.

Eimke. Wer vor den Containertürmen an der Bundesstraße 71 bei Eimke steht, dem werden erst die Dimensionen bewusst, mit denen die Deutsche Bahn hier den Bau eines Dammes plant.

Zur Querung des Gerdautales würde eine mögliche Strecke der Y-Trasse von Ashausen nach Unterlüß über einen mindestens sechs Meter hohen Bahndamm führen. Bei einer Umsetzung der Pläne müssten die Eimker künftig in einem wenige hundert Meter breiten Korridor zwischen Schießplatz Unterlüß und Bahnlinie leben. Darauf wiesen am Sonnabend zahlreiche Demonstranten beim Trassenleuchten an der B 71 hin.

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„Unsere Natur wird durch diese Bahntrasse zerstört. Viele Biotope würden verschwinden“, ist Kurt Wiedenhoff, einer der beiden Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Lebensraum Eimke-Wriedel“, überzeugt. Hunderte von Fackeln kennzeichneten mit einbrechender Dunkelheit die Linienführung der geplanten Trasse durch die Eimker Feldmark – nur 300 Meter vom Ort entfernt.

Rund 200 Bürger hatten sich an den Containertürmen versammelt, die längst zum Eimker Widerstandssymbol geworden sind. Auf dem überdimensionalen Plakat schreckt ein dahinrasender ICE die Tierwelt auf. Soweit soll es nicht kommen, und so diskutierten die Bürger bei Fackellicht, Bratwurst und wärmenden Getränken über eine hoffentlich nicht durch die Deutsche Bahn verplante Zukunft.

Die Bürgerinitiative ist auf 290 Mitglieder angewachsen. „Wir betreuen in der Region Wriedel-Eimke-Dreilingen einen etwa 37 Kilometer langen Abschnitt der möglichen Trasse Ashausen – Unterlüß“, zeigt Wiedenhoff auf. „Und wir haben einen Platz beim Bürger-Dialogforum der Bahn am 13. Februar in Celle.“

Mit welchen Erwartungen fährt man nach Celle? „Für uns ist es zunächst wichtig, zu erfahren, ob es überhaupt grundsätzlich dieser neuen Strecken bedarf“, sagt Wiedenhoff und verweist auf errechnete Szenarien des Verkehrsaufkommens in Nord-Süd-Richtung, die auf einer Elbvertiefung basieren. „Was aber, wenn diese Elbvertiefung von der EU gekippt wird? Dann brauchen wir auch keine neuen Bahnstrecken“, gibt Wiedenhoff selbst die Antwort.

Sollte aber bei einem vermehrten Verkehrsaufkommen eine neue Linie gebaut werden müssen, würden sich die Eimker und Wriedeler für den Ausbau der bestehenden Strecke stark machen. „Auf einer neuen Trasse Ashausen-Unterlüß fahren die Schnellzüge, die Güterzüge werden auf die alte Strecke umgeleitet, wo kein Lärmschutz vorhanden ist“, erklärt Wiedenhoff. „Mit dem Ausbau um ein drittes Gleis wird man Lärmschutz einrichten müssen.“

Von Ulrich Bleuel

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