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Brühtrograllye in Bohlsen begeistert Teilnehmer und Zuschauer

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Von: Bernd Schossadowski

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Ein Brühtrog rutscht über eine Rampe in der Gerdau, eine riesige Wasserfontäne spritzt auf.
Über eine hölzerne Rampe rutschen die Brühtröge ins Wasser der Gerdau und verursachen eine riesige Fontäne. © Bernd Schossadowski

Eine riesige Gaudi war am Sonnabend die Brühtrograllye der Landjugend in Bohlsen. 26 Teams gingen dabei an den Start. Der Höhepunkt war der „Tigersprung“ durch einen Reifen über der Gerdau.

Bohlsen – Oben auf der hölzernen Rampe herrscht gespannte Erwartung. Rasch schütten zwei Mitglieder der Landjugend noch ein paar Eimer Wasser über die auf einem Trecker-Anhänger montierte Schräge. Dann kann die Schussfahrt beginnen. Rasant rutscht der Brühtrog in die Gerdau. Eine Fontäne spritzt auf, das Publikum johlt vor Freude, doch der Trog des Teams „Pro & Mille“ läuft voll und sinkt. Die beiden Piloten kümmert das aber nicht. Klitschnass waten sie durchs kniehohe Wasser, trinken danach erst mal einen Kurzen. So viel Zeit muss eben sein.

Nach zwei Jahren Pause hatte die Landjugend Gerdau-Eimke am Sonnabend wieder zur Brühtrograllye nach Bohlsen eingeladen. Erstmals veranstaltet sie die feucht-fröhliche Sause allein und nicht zusammen mit der Kreislandjugend. 26 Zweierteams nehmen an der Gaudi auf der Gerdau teil. Gestartet wird an der kleinen Brücke im Ortskern, das Ziel ist Hansen.

Mit dabei sind Alexandra und Marco. Sie haben zwei Schöpfeimer, eine Handhupe als Signalgeber und als „Bordapotheke“ ein paar Schnäpse an Bord. „Zum Bestechen des Brühtrog-TÜV an der Rampe“, verrät Marco und lacht. Denn der kontrolliert vorm Start, ob auch wirklich, wie vorgeschrieben, eine Frau und ein Mann im Trog sitzen. Doch wenn die „Bordapotheke“ gut gefüllt ist und die Aufmachung stimmt, drückt der TÜV schon mal ein Auge zu. Und so hat sich manche Frau als Mann und mancher Mann als Frau verkleidet.

Zum Beispiel beim Duo „Hoppe & Sie“ alias Nicholas und Stefan. Letzterer hat sich mit Minirock und blonder Perücke sexy als „Stefanie“ zurechtgemacht – und darf prompt starten. „Heidepark Soltau! Colossos!“, ruft Stefan in Anspielung auf die riesige Holzachterbahn in dem Freizeitpark, als der Trog über die Rampe ins Wasser schießt. Durchnässt tauchen die beiden aus den reißenden Fluten der Gerdau auf und lachen sich kaputt. „Arielle“, sagt Stefan und fühlt sich wie die berühmte Meerjungfrau.

Bestens ausgerüstet sind auch Anja und Birgit vom Team SAS (Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken). Jede von ihnen hat sich ein quietschendes Gummihuhn an den Arm geschnallt – falls sie kentern sollten und einen Notruf absetzen müssen. Birgit trägt eine Erste-Hilfe-Box auf dem Rücken. „Da sind jede Menge Leckereien für den TÜV drin – natürlich alles alkoholfrei“, betont sie. Anja hat sich eine schwarze Perücke aufgesetzt und geht damit als Mann durch. Als Paddel dienen ihnen zwei auf Holzstiele geschraubte Bratpfannen.

Auch die anderen Teams sind kreativ. Ein Brühtrog ist mit orangen Rundumleuchten und Warndreieck ausgestattet, einen anderen zieren die Schilder „Ausfahrt freihalten“ und „Achtung: Hier ist kein Hundeklo“, ein weiterer Trog trägt am Bug einen Mercedes-Stern. Es gibt Starter im Supermann-Kostüm, andere mit Weihnachtsmann- oder Froschmützen.

Unterwegs warten auf die Teilnehmer ein paar knifflige Aufgaben. Sie müssen zum Beispiel mit einer Kübelspritze Wasser in Ballons füllen, diese über eine Plane werfen und dahinter auffangen. Zudem gilt es, einen Hindernisparcours mit einem nassen Schwamm zwischen den Beinen zu überqueren.

Die größte Herausforderung ist aber der legendäre „Tigersprung“. Dabei müssen die Starter aus dem Brühtrog durch einen Treckerreifen klettern, der an einem Kran über der Gerdau hängt. So manches Team schafft das erst nach mehreren Anläufen, häufig kentert der Trog dabei – zur Freude der Zuschauer am Ufer. Auch Anja und Birgit werden beim „Tigersprung“ ordentlich nass und kriegen erst mal einen Lachanfall. „Meine schönen Haare“, ruft Anja, zupft an ihrer Perücke und fragt, ob sich im Publikum ein Frisör befindet. Den gibt es nicht, doch dafür hat das fröhliche Duo wenigstens seine Gummihühner gerettet.

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