Gerdauer Politik streitet über Verkehrsgefahren an örtlicher Kita / Landkreis lehnt Tempo-30-Zone ab

Ein Blinklicht für mehr Sicherheit?

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Teile der Gerdauer Politik wollen den Weg von Kindern und Eltern zur örtlichen Kindertagesstätte an der Hauptstraße durch ein oranges Blinklicht sicherer machen. 

Gerdau. Um die Sicherheit der Mädchen und Jungen der Gerdauer Kindertagesstätte sorgt sich Ratsherr Hermann Meyer (FWG). Er kann nicht verstehen, warum der Landkreis auf der Hauptstraße des Ortes, der K 38, keine verkehrsberuhigenden Maßnahmen im Umfeld der Kita erlaubt.

Eine Tempo-30-Zone und einen Zebrastreifen hat die Kreisbehörde abgelehnt.

Doch dafür hat Meyer kein Verständnis. „Wenn der Landkreis nicht zahlt, dann sollten wir es auf eigene Rechnung der Gemeinde machen“, forderte er in der jüngsten Sitzung des Gerdauer Bauausschusses. „Das sollte uns die Sicherheit der Kinder und des Lehrpersonals wert sein.“ Die Hauptstraße sei stark befahren. Vor allem im Herbst seien dort etliche Rübenlaster unterwegs. „Dann wird es da ganz schön eng“, warnte Meyer. Außerdem überquerten viele Eltern und Kinder diese Straße auf dem Weg zur Kita und zurück. Um den Bereich sicherer zu machen, schlug der FWG-Politiker vor, eine Ampel mit orange blinkendem Warnlicht an der Straße zu installieren.

Zur Vorgeschichte: Auf Wunsch der Gemeinde hatte im November 2017 ein Ortstermin beim Kindergarten stattgefunden. Danach ermittelte der Landkreis die Querungszahlen der Fußgänger und die Belastung durch Fahrzeuge auf der Hauptstraße. „Die Zählungen haben ergeben, dass die Vorgaben der Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen weder hinsichtlich der querenden Fußgänger noch des Kfz-Verkehrs erreicht werden“, erklärte Kreissprecher Martin Theine. Darüber hinaus liege die Kita gar nicht direkt an der Hauptstraße, vielmehr befinde sich der Eingang dahinter an der Straße „In der Worth“.

Stefan Kleuker

Für Gerdaus Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU) ist damit klar, dass es keine Tempo-30-Zone und keinen Zebrastreifen an der Kindertagesstätte geben wird. „Vom Landkreis ist in dieser Sache keine Unterstützung zu erwarten“, stellte er klar. Den Bedarf, auf Kosten der Gemeinde ein Blinklicht zu installieren, sieht er ebenfalls nicht.

Wolfgang Hahnemann

Mit der Antwort des Kreises dürfe sich die Gemeinde aber nicht zufriedengeben, meinte hingegen SPD-Fraktionschef Wolfgang Hahnemann. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um den Verkehrsteilnehmern zu zeigen: Hier ist besondere Vorsicht geboten.“ Denn nahe der Kita gebe es auf der Hauptstraße eine scharfe Kurve. „Wer aus Richtung Barnsen kommt, kann überhaupt nicht sehen, dass jemand über die Straße geht“, so Hahnemann.

Seiner Erfahrung nach gelangen 95 Prozent der Eltern und Kinder über die Hauptstraße – und nicht über die Straße „In der Worth“ – zur Kita. Die Darstellung des Kreises sei somit „dummes Zeug“. In einer der nächsten Ausschuss-Sitzungen wollen Meyer und Hahnemann dieses Thema noch einmal vertiefen.

Von Bernd Schossadowski

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