Böddenstedt: Sozialdemokraten sehen Keimgefahr durch Hähnchenmist / Rund 100 Fahrten mehr pro Jahr

Biogasanlage kann weiter wachsen

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Die Biogasanlage der Hinrichs & Schütte GmbH am Ortsrand von Böddenstedt soll künftig 2,7 Millionen Normkubikmeter Biogas pro Jahr erzeugen.

Suderburg. Die Böddenstedter Biogasanlage darf erweitert werden. Sowohl die Gemeinde als auch die Samtgemeinde Suderburg legen der 15-prozentigen Vergrößerung der Anlage keine Steine in den Weg.

Also können künftig statt 17 000 Tonnen insgesamt 19 500 Tonnen pro Jahr verarbeitet werden. Dadurch wird die Kapazität der Anlage auf 2,7 Millionen Normkubikmeter Biogas pro Jahr erhöht. Eine Folge ist, dass sich die Zahl der Fahrten zur Biogasanlage um rund 100 pro Jahr erhöhen wird.

Neu ist auch, dass pro Jahr 1500 Tonnen Geflügelmist eingefüllt werden dürfen – eine Tatsache, die vor allem die Sozialdemokraten während des Bauausschusses der Samtgemeinde dazu bewegte, gegen eine Zustimmung ohne Bauleitplanung zu votieren.

Den Vertretern der SPD machen vor allem die multiresistente Keime Sorgen, die vom Geflügelmist ausgehen können. „Das ist Sache des Gewerbeaufsichtsamtes. Dass liegt nicht in unserer Zuständigkeit“, entgegegnete der Fachbereichsleiter Bau, Rüdiger Lilje. „Herr Lilje hält sich nur an die Buchstaben des Gesetzes“, monierte Manfred Mikulla (SPD). Der Vorsitzende des Bauausschusses der Samtgemeinde wunderte sich darüber, dass es aus Böddenstedt keinerlei Reaktionen gebe. Mikulla geht nicht davon aus, dass die Lagerung der Hähnchen-Exkremente auf einer Betonplatte vorgenommen werde, so dass keine Keime heraustreten könnten. „Die Nähe zur Siedlung ist das große Kriterium, das uns Kopfzerbrechen macht“, sagte Mikulla mit Blick auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung. Es gebe bereits Kommunen, die nicht nur ein Geruchsgutachten, sondern neuerdings auch ein Keimgutachten forderten. „Die Verwaltung verweist nur auf das Gewerbeaufsichtsamt“, bedauerte der Sozialdemokrat. Der Verwaltungsausschuss der Samtgemeinde Suderburg gab der Verwaltung allerdings Recht und votierte am Dienstag mehrheitlich für eine Zustimmung ohne eine Bauleitplanung – allerdings unter der Bedingung, dass das alte Brandschutzkonzept hinsichtlich der Löschwasserversorgung ausreichend sei und der darüberhinausgehende Brandschutz in Absprache mit der Brandschutzprüferin auf Kosten der Antragsteller sichergestellt werde.

Von Jörn Nolting

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