Gemeinde plant Investition in Hösseringen

Betonstütze ersetzt Spundwand am Hardausee

Die hölzerne Spundwand am Strand des Hösseringer Hardausees.
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Die hölzerne Spundwand am Strand des Hösseringer Hardausees ist marode. Jetzt hat der Suderburger Rat mehrheitlich beschlossen, sie auf kompletter Länge durch eine Winkelstütze aus Beton zu ersetzen.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Die marode Holzspundwand am Strand des Hösseringer Hardausees soll durch eine Winkelstütze aus Beton ersetzt werden. Das hat jetzt der Suderburger Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Als Alternative hatten Ratsmitglieder eine Wand aus Steinen vorgeschlagen.

Hösseringen – Sie ist zwar nur 140 Meter lang, doch sie sorgte im Suderburger Gemeinderat jetzt für kontroverse Diskussionen. Die Rede ist vom geplanten Einbau einer Winkelstütze am Strand des Hösseringer Hardausees. Die alte Spundwand aus Holz ist morsch und an einer Stelle bereits abgerissen. Eine neue Betonstütze würde jedoch etwa 125 000 Euro kosten. Letztlich sprach sich der Rat mit zehn zu drei Stimmen, bei zwei Enthaltungen, für diese Lösung aus.

Kürzlich hatte der Samtgemeinderat diese Investition aus Kostengründen von seiner Vorhabenliste gestrichen (AZ berichtete). Jetzt springt die Gemeinde in die Bresche. Sie hofft, dafür Leader-Fördermittel in Höhe von 75 000 Euro zu erhalten. Suderburgs Eigenanteil würde 50 000 Euro betragen. Dieses Geld soll auf Beschluss des Rates als außerplanmäßige Auszahlung bereitgestellt werden.

Kritik am Erscheinungsbild einer Betonwand

Kritik am Einbau von Beton äußerte Götz Schimmack (Ratsgruppe Pellnath-Schimmack). Für die Herstellung dieses Materials werde zu viel Energie benötigt, entsprechend hoch sei der CO2-Verbrauch. „Und eine Betonmauer passt auch nicht in das Landschaftsbild hinein“, sagte Schimmack. Seiner Meinung nach sollte am Strand lieber eine Wand aus Steinen errichtet werden.

Damit befand sich Schimmack in seltener Einigkeit mit Hans-Jürgen Drögemüller (SPD). Dieser schlug vor, Findlinge aus der Heide für eine solche Wand zu verwenden. „Das würde der Natur und der Optik am Hardausee wesentlich besser zu Gesicht stehen als eine Betonmauer“, meinte er.

Ganz anders sah das Ulrich Mietzner (SPD). Eine Aufschüttung aus Steinen wäre eine Gefahr für spielende Kinder, warnte er. „Eine Betonstützwand ist das Beste, was wir machen können.“ Auch sein Fraktionskollege Hinrich Müller konnte sich mit einer Wand aus Steinen nicht anfreunden. „Jedes Jahr würde das Laub dazwischen fallen. Dann sieht alles aus wie Kraut und Rüben“, gab er zu bedenken. Daher wäre auch für ihn eine Betonstütze die beste Lösung.

Verwaltung prüft veränderte Farbgestaltung

Doch wie könnten die Kosten für den Einbau der Winkelstütze gesenkt werden? Karsten Scherer (CDU) regte an, statt des geplanten anthrazitfarbenen Betons das Standardmodell aus grauer Farbe zu wählen. Dadurch würde die Gemeinde etwa 30 000 Euro sparen, erklärte das beratende Bauausschussmitglied Wolf-Dietrich Marwede, der die Ratssitzung als Zuhörer verfolgte. Eine optische Beeinträchtigung durch das Grau erwartet er nicht, denn es seien nur 60 Zentimeter der Winkelstütze vom Strand aus sichtbar. Der Rat beauftragte die Verwaltung, zu prüfen, ob eine andere Farbgestaltung der Winkelstütze möglich ist oder ob dadurch die behördliche Genehmigung gefährdet wird.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Depner hält den Einbau einer Betonstütze für notwendig. „Wir müssen das machen. Das ist sachlich und fachlich richtig“, sagte er.

Einen Gegenvorschlag machte Dierk Pellnath (Gruppe Pellnath-Schimmack). Er plädierte dafür, aus Kostengründen auf den Bau einer neuen Spundwand zu verzichten und stattdessen große Mengen Sand am Strand zu verteilen. Doch dafür fand sich keine Mehrheit im Rat, ebenso wenig wie für die Idee von Werner Warnke (Grüne), statt der Winkelstütze eine abschüssige Wiese bis zum Strand zu schaffen, wie sie auf alten Fotos zu sehen war.

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