7500 Kilometer in 16 Tagen: Hösseringer nimmt an Wohltätigkeits-Rallye rund um die Ostsee teil

Bereit für Schlaglöcher und Mücken

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Starten bei der Benefiz-Rallye unter anderem mit ihrem 34 Jahre alten Geländewagen „Iltis“: Der Hösseringer Rüdiger Gerolf Biernat (2. von links) und seine Teamkollegen Michael Deppe, Luca Kilian Prahl und Stefan Jung (von links).

Hösseringen. Sie fürchten weder Schlaglöcher noch Reifenpannen. Auch die zu erwartende Mückenplage kann sie nicht schrecken. „Ich habe mich schon mit Spray eingedeckt, das man normalerweise nur in den Tropen nutzt“, verrät Rüdiger Gerolf Biernat und muss lachen.

Der Hösseringer nimmt demnächst mit drei Freunden und Bekannten an der legendären „Baltic Sea Circle“, einer Wohltätigkeits-Rallye rund um die Ostsee, teil.

Vom 13. bis 28. Juni wird das Quartett etwa 7500 Kilometer unterwegs sein – und zwar in Autos, die schon mehr als 20 Jahre alt sind. Das ist nämlich die Bedingung der Kult-Rallye, die vom „Superlative Adventure Club“ veranstaltet wird und durch zehn Länder führt. Mehr als 130 internationale Teams haben sich dafür angemeldet.

Biernat und seine Kollegen Stefan Jung aus Hamburg, Michael Deppe aus Uelzen und Luca Kilian Prahl aus Hannover – alle zwischen 27 und 38 Jahre alt – gehen unter dem Teamnamen „Nordic Charity Group“ mit zwei Fahrzeugen an den Start: einem Volkswagen-Bus T 4, Baujahr 1992, und einem VW-Geländewagen „Iltis“, der 1981 gebaut wurde. Beide werden mit Funkgeräten ausgestattet, weil das Handynetz in einigen Gebieten, durch die die Rallye führt, sehr unzuverlässig ist.

Startpunkt ist in Hamburg. Von dort geht es innerhalb von 16 Tagen quer durch Skandinavien bis hinauf ans Nordkap, danach weiter nach Russland, durchs Baltikum und Polen wieder zurück nach Hamburg. Die Etappen sind vom Veranstalter festgelegt, benutzt werden dürfen nur regionale Straßen, aber keine Autobahnen. Übernachtet wird in Zelten, Hostels, Hotels oder einfach im VW-Bus.

„Es wird höllisch anstrengend“, ahnt Biernat. Denn pro Tag müssen etwa 500 Kilometer zurückgelegt werden. „Schotterpisten und Schlaglöcher werden wir mit Sicherheit haben, vor allem in Finnland und Russland“, glaubt der Hösseringer. Trotzdem blickt er der Herausforderung gelassen entgegen, denn er hat auf seinen Reisen schon viele Erfahrungen gesammelt: „Zum Beispiel bin ich die letzten 122 Kilometer auf dem Jakobsweg in einem Mittelalter-Gewand gewandert.“

Neben der Jagd nach Abenteuern steht bei der Rallye der Wohltätigkeitsgedanke im Mittelpunkt. Jedes Team muss pro Fahrzeug mindestens 750 Euro an Spendengeldern für einen guten Zweck sammeln. Und so haben Biernat und seine drei Mitstreiter bei Freunden, Bekannten, Nachbarn und Firmen schon kräftig die Werbetrommel gerührt. Weitere Spender sind herzlich willkommen. Sie können sich unter http://nordic-charity-group.jimdo.com/spenden informieren. Das Geld kommt jeweils zur Hälfte der Kinderhilfsorganisation „Deutsche Lebensbrücke“ und dem Verein „Laut gegen Nazis“ zugute.

Jetzt hofft Biernat auf eine erlebnisreiche und pannenfreie Rallye. Er ist überzeugt: „Das wird richtig spannend.“

Von Bernd Schossadowski

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