1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Suderburg

Bekommt Suderburg ein Ärztezentrum?

Erstellt:

Von: Bernd Schossadowski

Kommentare

Das Gebäude des Bürocenters an der Bahnhofstraße in Suderburg.
Im Bürocenter an der Bahnhofstraße in Suderburg stehen zahlreiche Räume leer. Jetzt schlägt die WSL vor, dort Platz für Ärzte oder ein Ärztezentrum zur Verfügung zu stellen. © Bernd Schossadowski

Die Gemeinde Suderburg soll in ihrem Bürocenter an der Bahnhofstraße Räume für die Ansiedlung von Ärzten oder ein Ärztezentrum zur Verfügung stellen. Das hat jetzt die WSL-Fraktion im Jugend-, Sport- und Sozialausschuss beantragt. Doch dazu gibt es noch viele offene Fragen.

Suderburg – Wie lässt sich die ärztliche Versorgung Suderburgs langfristig sichern? Und wie kann die Gemeinde weitere Mieter für ihr Bürocenter an der Bahnhofstraße finden? Darüber diskutierte jetzt der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss. Anlass war ein Antrag der WSL-Fraktion, im Bürocenter Räume für Arztpraxen oder ein Ärztezentrum zur Verfügung zu stellen.

„Wir müssen die Ärzteversorgung in unserer Samtgemeinde für die nächsten Jahre sichern“, heißt es im Antrag von WSL-Fraktionschef Michael Luther. Derzeit gebe es noch zwei Allgemeinmediziner in Suderburg. Die Gemeinde müsse aber frühzeitig die Weichen stellen, falls einer von ihnen in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen sollte, erklärte Luther.

Hinzu kommt, dass die Ostfalia, die mehrere Flächen im Bürocenter angemietet hat, dort in naher Zukunft ausziehen und ihre Räume in andere Hochschulgebäude verlagern wird. Das wird sich auf die Mieteinnahmen der Gemeinde auswirken. Deshalb schlägt die WSL vor, die frei werdenden Flächen Ärzten anzubieten. „Die erste Zeit, eventuell befristet auf drei Jahre, sollte die Überlassung der benötigten Räume mietfrei erfolgen, nur gegen Zahlung der entstehenden Nebenkosten“, regte Luther an. „Es soll den Ärzten einen Anreiz geben, aufs Land beziehungsweise in unsere Gemeinde zu kommen.“

Die aktuelle hausärztliche Versorgung in Suderburg sei nicht ausreichend, bekundete Gisela Baum (WSL) Handlungsbedarf. „Ich sehe, dass es eng wird für uns. Wir dürfen das nicht weit wegschieben“, lautete ihr Appell.

Christine Kohnke-Löbert (Grüne) verwies darauf, dass Suderburg mit dem neuen Baugebiet und der geplanten Seniorenwohnanlage an der Bahnhofstraße zusätzliche Einwohner bekommen werde. Dadurch entstehe ein Mehrbedarf bei der medizinischen Versorgung. „Schon jetzt ist es schwer, Arzttermine zu bekommen“, sagte Kohnke-Löbert. Ihr Fazit: „Ein Ärztehaus wäre für Suderburg eine ganz große Aufwertung der Lebensqualität.“

Hans-Jürgen Drögemüller (SPD) richtete den Blick auch auf die Leerstände im Bürocenter: „Es tut mir weh, dass es nicht gelingt, die Räumlichkeiten zu vermieten. Wir sollten versuchen, dass sich ein Makler diese mal anschaut und sagt, was möglich ist.“ Zudem sollte Verwaltungschef Wolf-Dietrich Marwede bei den örtlichen Hausärzten in Erfahrung bringen, wie ihre berufliche Zukunft und die ihrer Praxen aussieht, sagte Drögemüller.

Die ärztliche Versorgung werde aber nicht durch die Kommune geregelt, sondern durch die Kassenärztliche Vereinigung im Verbund mit der Ärztekammer, antwortete Marwede.

Für Jan Stolze und Karsten Scherer (beide CDU) gibt es bei diesem Thema noch viele offene Fragen. Zunächst müsse geprüft werden, wie lange die beiden Hausärzte noch praktizieren wollen. Solange das nicht klar sei, mache es wenig Sinn, über ein Ärztezentrum im Bürocenter nachzudenken. Die medizinische Versorgung sei ein sehr wichtiges Thema für Suderburg, betonte Scherer. Es sollte daher zunächst im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss erörtert werden. Diesem Vorschlag stimmte der Ausschuss geschlossen zu.

Auch interessant

Kommentare