Betreuung bis zum Nachmittag?

WSL beantragt neues Betreuungsangebot für Grundschüler in der Samtgemeinde Suderburg

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Eine Nachmittagsbetreuung von Grundschülern in der Samtgemeinde, hier ein Symbolbild, wünscht sich die WSL. 

Suderburg/Gerdau – Soll in den Grundschulen Suderburg und Gerdau eine Nachmittagsbetreuung von Grundschülern eingeführt werden? Über diesen Antrag der Wählergemeinschaft Suderburg Land (WSL) diskutierte jetzt der Schulausschuss der Samtgemeinde.

Fazit der Beratungen: Das Gremium steht dieser Idee wohlwollend gegenüber. Zunächst sollen aber die Eltern befragt werden, ob sie das neue, kostenpflichtige Betreuungsangebot für ihre Kinder nutzen würden.

Es gehe nicht um die Einführung des Ganztagsunterrichts, betonte Stefanie Demlang (WSL). Vielmehr schlage ihre Fraktion eine freiwillige Kinderbetreuung am Nachmittag vor. Das Ganze könnte durch Tagespflegepersonen erfolgen und in den beiden Grundschulen stattfinden, meinte Demlang. „Ich glaube, dass wir mindestens 20 Eltern zusammenkriegen, die das benötigen würden.“

Der Ausschuss strebt eine Betreuung von Montag bis Donnerstag bis jeweils 15 Uhr an. Das Angebot soll möglichst im August starten. Damit könnte der Abwanderung einiger Suderburger Kinder begegnet werden, die zur Grundschule Holdenstedt gehen, weil es dort eine Ganztagsbetreuung gibt, erklärte Demlang.

Elternvertreterin Katrin Beplate-Haarstrich betrachtet den WSL-Antrag jedoch mit Skepsis. „Wo sollen die Kinder nachmittags in der Grundschule Suderburg betreut werden?“, fragte sie. Die Klassenräume sollten ausgespart werden, weil sich dort persönliche Dinge und Arbeitsmaterialien der Schüler befänden. Stattdessen favorisiert Beplate-Haarstrich die Einrichtung eines Hortes in der Suderburger DRK-Kita.

Das sah Kindergarten-Leiterin Heike Nowak kritisch. „Man kann Grundschüler nicht auf Kindergartenmöbeln platzieren“, gab sie zu bedenken. Zudem gebe es im örtlichen Kindergarten keine freien Räume für eine Nachmittagsbetreuung. Demlang wunderte sich über die Vorbehalte von Beplate-Haarstrich. „In anderen Grundschulen klappt das doch auch“, sagte sie. „Warum nutzt man nicht die Aula als Betreuungsraum?“

Über die Nutzung der Küche in der Suderburger Grundschule gingen die Meinungen ebenfalls auseinander. Demlang kann sich die Anlieferung von gekochtem Mittagessen in der Schulküche vorstellen. Beplate-Haarstrich hält das für problematisch: „Dort finden Betreuungsangebote und praktische Lernaufgaben statt.“

Letztlich einigte sich der Ausschuss auf das weitere Vorgehen. Zunächst sind Gespräche von Eltern, Schulleitungen, Politik und Verwaltung in Suderburg und Gerdau geplant. Überdies soll die Verwaltung die voraussichtlichen Kosten des Betreuungsangebots ermitteln. Vor allem aber wird der Bedarf der Eltern abgefragt. „Wenn her-auskommt, dass die große Mehrheit der Eltern das nicht zahlen möchte, dann ist das schwierig umzusetzen“, stellte Ausschussvorsitzender Stefan Kleuker (CDU) klar.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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