Dorfausschuss überreicht Petition mit Unterschriften / Bürgermeister: „Vom Stil her nicht in Ordnung“

90 Barnser gegen Flugplatz-Ausbau

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Gerdaus Bürgermeister Stefan Kleuker nahm die Petition der Barnser Bürger gegen die Flugplatz-Erweiterung von Tanja Malzan (Mitte) und Jenny Kowallik entgegen. 

Barnsen. Die mögliche Erweiterung der Flugzeughallen auf dem Flugplatz in Barnsen erfüllt viele Einwohner des Ortes mit großer Sorge.

Sie befürchten, dass mit einer Vergrößerung der Hallenflächen (AZ berichtete) die Zahl der Nutzer und damit der Fluglärm deutlich zunehmen werden. Jetzt haben Tanja Malzan und Jenny Kowallik im Namen des Barnser Dorfausschusses eine Petition an Gemeindebürgermeister Stefan Kleuker (CDU) überreicht.

Auf dieser haben laut Malzan 90 Barnser Bürger unterschrieben. Sie haben sich damit gegen den Bebauungsplan, der eine Erweiterung des Flugplatzes ermöglichen würde, ausgesprochen. „Nur sieben oder acht Erwachsene aus dem Ort haben nicht unterschrieben“, erklärt Malzan.

Viele Barnser halten die geplante Erweiterungsfläche für zu groß. Doch von dieser Idee ist die Politik inzwischen abgerückt. In einem von Kleuker am 28. August vorgestellten Plan sei die zusätzliche Fläche auf rund 3400 Quadratmeter verringert worden, heißt es in der Petition. Der Dorfausschuss wäre aber nur mit einem Hallenneubau durch den Flugsportverein Cumulus von 500 Quadratmetern und weiteren 350 Quadratmetern für die etwaige Stationierung eines Feuerüberwachungsflugzeugs einverstanden.

Aufgrund der zu erwartenden Schließung des Flugplatzes in Lüneburg befürchten die Bürger auch eine erhebliche Zunahme des Straßenverkehrs in Barnsen. „Wir sind ein kinderreiches Dorf geworden, aber manche Autos fahren hier sehr zügig entlang“, berichtet Malzan, die selbst zwei Kinder hat. Außerdem würde die Gemeinde durch eine Zustimmung zum Bebauungsplan „jegliche zukünftige Mitgestaltung bei der Projektumsetzung an den Landkreis abgeben“, wird in der Petition zum Ausdruck gebracht.

Bürgermeister Kleuker zeigt Verständnis für das Anliegen der Barnser, kritisiert aber deren Umgang mit dem Thema. „Ich möchte das mit den Barnsern klären, sehe bei ihnen aber nicht unbedingt den Kooperationswillen“, sagt er im AZ-Gespräch. Die von ihm am 28. August vorgeschlagene Verringerung der Hallengrößen sei kein offizieller Entwurf, sondern lediglich eine Arbeitsgrundlage gewesen. Deshalb hätte sich Kleuker gewünscht, dass der Dorfausschuss nicht gleich eine Petition verfasst, sondern abwartet, bis das Planungsbüro den veränderten Entwurf einer abgespeckten Flugplatz-Erweiterung vorlegt. Dieser werde dann in den politischen Gremien diskutiert. Das Verfahren werde wieder ganz von vorne beginnen, so Kleuker.

„Vom Stil her ist das nicht in Ordnung“, kommentiert er das Vorgehen des Dorfausschusses. „Wir wollen einen Kompromiss und haben auf die Barnser gehört.“ So sehe der neue Vorschlag eine Reduzierung der Extra-Hallenflächen um fast 50 Prozent vor.

Und über noch etwas ärgert sich Kleuker: Während einer Dorfausschuss-Sitzung im Gerdauer Kirchengemeindehaus am 11. Oktober wurde die stellvertretende Bürgermeisterin Elvira Hentschke aus dem Saal gebeten. Sie war vor dem offiziellen Beginn der Gespräche mit den Ratsmitgliedern gekommen, doch der Dorfausschuss wollte zunächst ohne Politiker diskutieren. Hentschke musste daraufhin die Sitzung verlassen und kam später wieder. „Ich fand das nicht in Ordnung und habe mich darüber beschwert“, berichtet sie der AZ.

Von Bernd Schossadowski

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