Örtlicher Friedhof schließt sich im neuen Jahr dem Friedhofsverband Uelzen an

Bald Modellgräber in Gerdau

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Jürgen Hilmer (von links, St. Michaelis-Kirchengemeinde), Pastorin Ann-Kathrin Averbeck, Andreas Sternek (Friedhofsverband Uelzen), Dietmar Töpfer (St. Michaelis-Kirchengemeinde) und Alminus Bleeker (Kirchenverband Uelzen) haben entschieden, dass der Friedhof Gerdau und der Friedhofsverband Uelzen im neuen Jahr gemeinsame Sache machen.

Gerdau. Auf dem örtlichen Friedhof finden die Bürger Gerdaus ihre letzte Ruhe. Zuletzt ist das finanzielle Polster jedoch geschrumpft. „Wir finanzieren uns ausschließlich über Gebühren“, weiß Jürgen Hilmer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes St. Michaelis in Gerdau.

Doch schon länger zeichnet sich der Trend ab, dass immer weniger Menschen sterben oder dass Gräber aufgegeben werden. Trotzdem mussten notwendige Renovierungen an der Friedhofsmauer oder Pflasterarbeiten am Hauptweg durchgeführt werden. „Das ließ unser finanzielles Polster allmählich schmelzen“, berichtet Hilmer. Ab dem neuen Jahr soll sich das ändern. Da schließt sich der Gerdauer Gottesacker dem Friedhofsverband Uelzen an.

So soll das Bestattungsangebot in Gerdau nicht nur erhalten, sondern noch ausgebaut werden. „In Uelzen bieten wir schon länger Rasengräber und Baumbestattungen als Alternative zur letzten Ruhestätte im Wald an“, erklärt der Friedhofsverwalter beim Uelzener Friedhofsverband, Andreas Sternek. Bald soll das auch in Gerdau möglich sein. „Wir werden Modellgräber aufbauen, die sich die Leute schon zu Lebzeiten anschauen können“, sagt Sternek. „Die Bestattungskultur hat sich geändert.“ Deshalb sei es wichtig, in der Entwicklung nicht stehenzubleiben und Alternativen zu schaffen. Wenn es den Angehörigen nicht möglich ist, sich um ein Grab zu kümmern, kann die Pflege von einem Friedhofsmitarbeiter übernommen werden.

Auch das Erscheinungsbild des Friedhofs soll sich verbessern. Bereits in den letzten Monaten fand ein Testlauf statt, bei dem Gärtner vom Uelzener Friedhofsverband vieles umsetzen konnten. „Der Kompost wurde weggefahren, Rasenflächen angeglichen und bunte Blumenbeete gepflanzt“, erinnert sich Dietmar Töpfer, Kirchenvorsteher bei St. Michaelis. „Seitdem bemerken wir, dass auch die Hinterbliebenen mehr Ordnung an den Gräbern halten.“

Bisher gab es in Gerdau nur einen Friedhofsmitarbeiter mit einer halben Stelle. „Der hat sich hier um alles gekümmert“, bestätigt Hilmer. Er geht zum 1. Januar in den Dienst des Friedhofsverbandes Uelzen über. „Dafür kümmert sich Uelzen mit mehr Mitarbeitern und besseren Maschinen um unseren Friedhof“, sagt Hilmer. Solche Maschinen wie einen Rasenmäher zum Aufsitzen könnte sich der Friedhof Gerdau sonst nicht leisten.

Gerdau geht dabei laut Sternek kein Risiko ein. „Wenn sich die Gemeinde irgendwann dazu entschließen sollte, den Friedhofsverband wieder zu verlassen, ist das jederzeit möglich“, verspricht Sternek. Eigentumsrechte für Grundstück und Gebäude bleiben bei der Gemeinde.

Damit Gerdau wie jedes andere Mitglied bei dem im Jahr 2005 gegründeten Friedhofsverband mitentscheiden kann, werden zwei Mitglieder von St. Michaelis künftig auch im Vorstand des Verbandes sitzen.

Von Sandra Hackenberg

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