Angst vor Isolation

Skeptische Blicke: Die Suderburger Christdemokraten bezweifeln, dass Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz (rechts) der richtige Mann für die Verhandlungen mit seinem Ebstorfer Amtskollegen Torsten Wendt ist.

Suderburg - Von Jörn Nolting. Zwei Sitzungsunterbrechungen mussten am Mittwochabend bei der Sitzung des Suderburger Samtgemeinderates eingelegt werden. Beim Tagesordnungspunkt „Fusion mit der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf“ bestand offensichtlich jede Menge Beratungsbedarf in den politischen Gruppen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Schröder machte im Namen seiner Parteifreunde deutlich: „Ich sehe derzeit nur Ebstorf als Fusionspartner.“ Einen Kommentar in Richtung Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz konnte er sich nicht verkneifen: „Hier ist im Vorfeld kontraproduktive Stimmung gemacht worden. Ich persönlich distanziere mich von den Äußerungen.“ Die Forderung der Christdemokraten: Unmittelbar nach der Sitzung des Rates soll Kontakt mit der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf aufgenommen werden.

Den Traum von einer Einheitsgemeinde Suderburg hat die Gruppe aus SPD, Grünen und WSL dagegen aufgegeben. Gruppensprecher Hans-Hermann Hoff (Grüne): „Zur Zeit geht es nicht, weil es die Mitgliedsgemeinden nicht wollen.“ Die Gruppe will jedoch nicht nur mit der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf sprechen, sondern auch mit der Stadt Uelzen und der Samtgemeinde Wrestedt. „Ich habe so etwas schon befürchtet“, kommentierte Wilhelm Schröder das Vorhaben der Gruppe. Seine Sorge: „Wir isolieren und immer weiter.“ „Entscheidend für uns ist, dass es nach einer Fusion besser aussieht als vorher“, unterstrich Hoff. Dirk-Walter Amtsfeld (CDU) hingegen machte sich andere Sorgen: „Wer soll denn das Gespräch mit den Ebstorfern führen? Ein Mann, der die Fusion gar nicht will?“

Also wurde nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung über zwei Vorschläge abgestimmt: Zum einen über die Fortführung der Gespräche mit Ebstorf innerhalb der nächsten vier Wochen, aber auch mit der Stadt Uelzen und Wrestedt, zum anderen wurde über die Abordnung abgestimmt, die diese Gespräche führen soll. Erst nach einer zweiten Unterbrechung der Sitzung stand fest, wer künftig die Gespräche führen soll: Die Arbeitsgruppe besteht aus jeweils einem Vertreter der drei Mitgliedsgemeinden, den Fraktionsvorsitzenden der Parteien und dem Samtgemeindebürgermeister.

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