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Lüneburg: Angeklagter zu Freiheitsstrafe und dauerhafter Unterbringung verurteilt

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Von: Theresa Brand

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Der Prozess gegen sechs Frauen und Männer aus dem Landkreis Uelzen beginnt am Mittwoch.
Der langwierige Prozess vor dem Landgericht Lüneburg ist gestern beendet worden. © Gerhard Sternitzke

Ein langwieriger Prozess vor dem Landgericht geht zu Ende. Der Angeklagte wurde zu neun Jahren Freiheitsstrafe und anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

Böddenstedt/Lüneburg – Im Prozess gegen einen 43-Jährigen, der wegen schweren Raubes und Körperverletzung im September 2018 in Böddenstedt vor dem Landgericht Lüneburg stand, ist gestern das Urteil gefallen. Der Angeklagte wurde schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt, wobei wegen der langen Verfahrensdauer sechs Monate als vollstreckt gelten. Danach soll der 43-Jährige in Sicherheitsverwahrung untergebracht werden. Zusätzlich muss er 700 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Der Staatsanwalt beantragte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und im Anschluss an die Haft eine dauerhafte Sicherheitsverwahrung. Eine Unterbringung des 43-Jährigen in einer therapeutischen Entziehungseinrichtung sei laut Gutachter nicht erfolgversprechend.

„Diese Tat zeigt, wie schnell es gehen kann, und ein unbescholtener Mann gerät in einen Albtraum“, sagte der Staatsanwalt. Er schilderte erneut die Vorgänge der Tatnacht, in der der Angeklagte gemeinsam mit einem Bekannten einen 55-Jährigen zunächst brutal zusammengeschlagen und ihn anschließend beraubt haben soll. „Dem Angeklagten ging es nicht nur um Geld, sondern um die Ausübung von Gewalt“, sagte der Staatsanwalt.

Der 43-Jährige und sein Komplize hätten ihr Opfer bis zur Wehrlosigkeit geprügelt, sodass dieses „ernsthaft fürchtete, ums Leben zu kommen“. Später habe der Angeklagte ein falsches Alibi für die Tatzeit angegeben.

Der Forderung des Staatsanwaltes stimmte der Vertreter der Nebenklage vollumfänglich zu. „Er hat das Opfer nur noch als Gegenstand betrachtet“, betonte er. Wegen der schweren psychischen Folgen beantragt er zudem die Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 25 000 Euro an das Opfer.

Die Vertreter der Verteidigung forderten hingegen einen Freispruch für ihren Mandaten und erklärten, die Kriterien für eine Sicherheitsverwahrung seien nicht gegeben. Die Anzahl der Taten sei als Grund nicht genug.

In ihrem Plädoyer stimmten sie nur in einem Punkt mit dem Staatsanwalt überein: dass das Opfer einen Albtraum erlebt habe. Aus ihrer Sicht ist jedoch nicht klar, dass der Angeklagte an der Tat beteiligt war. Die Aussagen des Geschädigten seien teilweise unklar, zudem sei dieser stark alkoholisiert gewesen. Auch habe sich das Opfer nicht an die auffälligen Tätowierungen auf der Faust des 43-Jährigen erinnert. Das falsche Alibi habe dieser unter Alkoholeinfluss angegeben – „er konnte das alles nicht begreifen“, meinte der Verteidiger.

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