Sechs Anlagen erzeugen fast doppelt so viel Strom wie der alte Windpark / Bauarbeiten haben begonnen

Alte Windräder in Gerdau haben ausgedient

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Nördlich von Gerdau ersetzt PNE Wind einen Windpark durch sechs moderne Anlagen. Die Komponenten der 13 alten Windräder werden recycelt, betont ein Unternehmenssprecher.

Gerdau. Schatten huschen über die Bäume. Knarrend drehen sich die Rotoren in den Wind. Hoch über den Feldern nördlich von Gerdau drehen sich 13 Windräder und machen aus bewegter Luft Strom. Doch die 2001/2002 errichteten Anlagen sind in die Jahre gekommen.

Jetzt will der Betreiber PNE die Anlagen des Windparks durch sechs modernere und höhere Windräder mit einer Nennleistung von jeweils 3,6 Megawatt (bislang 1,25) ersetzen (AZ berichtete). Die Arbeiten haben im Mai begonnen.

„Die technische Laufzeit der Windenergieanlagen liegt bei etwa 20 Jahren“, sagt Unternehmenssprecher Rainer Heinsohn. Außerdem hat sich die Technik weiterentwickelt. Sechs neue Anlagen vom Hersteller Nordex sollen voraussichtlich fast doppelt so viel Strom erzeugen wie der ganze alte Windpark. Repowering nennt man das. Dazu werden größere Rotoren mit 130 Metern Durchmesser beitragen. Die Gesamthöhe wächst dadurch um 40 Meter auf 164 Meter. Und je höher, desto mehr Wind lässt sich ernten.

Soweit ist es noch nicht. An einem Verbindungsweg ist ein Bauplatz freigeschoben. Bagger und Radlader befestigen die Fläche, auf der einmal großes Gerät zum Einsatz kommen wird. Kräne etwa, die Turmelemente und Rotoren in schwindelnde Höhen heben. Mächtige Fundamente müssen den Turm im Lot halten.

Bis Jahresende soll der neue Windpark stehen. Parallel dazu werden die alten Windräder abgebaut. Element für Element, wie beim Bau. Nur umgekehrt. Von Wegwerfmentalität mag Heinsohn nicht sprechen. „Nach etwa neun bis elf Monaten ist alles, was bei der Produktion an Schadstoffen erzeugt wird, wieder eingespart“, erklärt der Unternehmenssprecher. „Und die wesentlichen Komponenten können wiederverwendet werden.“ Der Beton wird für den Wegebau recycelt. Der Stahl der Trommeln, aus denen die Türme bestehen, wird eingeschmolzen. Der Kunststoff der alten Rotorblätter wird verwertet – für neue Blätter, die das Letzte aus dem Wind holen.

Im Gerdauer Gemeinderat gab es im April Irritationen über einen Betreiberwechsel des neuen Windparks von PNE AG zu PNE Wind Parkt XIX. Ein normales Vorgehen, betont Heinsohn. Für jeden Windpark werde eine neue Gesellschaft gegründet. Dahinter steht weiterhin PNE.

Das Cuxhavener Unternehmen, nach eigenen Angaben einer der führenden Windkraftprojektierer, erwirtschaftet mit 360 Mitarbeitern weltweit eine Gesamtleistung von 190 Millionen Euro.

Von Gerhard Sternitzke

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