Gerdauer Bürgerinitiative tagt / Nachbarschaftsfehden wegen Schweinemastanlage in Barnsen

Alle Ställe im Blick

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Blick in den Barnser Schweinestall: Hinter dem bereits bestehenden Stall soll eine neue Anlage mit 1360 Mastschweinen entstehen.

Gerdau. Ein neuer Schweinestall für 1360 Mastschweine soll in Barnsen gebaut werden. Der überarbeitete Bauantrag liegt beim Landkreis – die Genehmigung steht noch aus.

Für die Gerdauer Bürgerinitiative (BI) „Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarindustrie“ war der geplante Maststall neben einigen Regularien zentrales Thema beim Arbeitstreffen am Dienstag.

Der Barnser Arnold Krüger ist bei der BI dabei – und gleichzeitig Nachbar von Landwirt Hans-Otto Wille, dessen 25-jähriger Sohn den Schweinestall bauen will. „Mich stört der fehlende Filter. Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich das Projekt nachvollziehen“, äußert sich Krüger zum Vorhaben seines Nachbarn. Er schildert aber auch, dass sich im Ort Nachbarschaftsfehden entwickelt hätten.

„Wir müssen die Genehmigungsbehörde zwingen, viel genauer hinzusehen“, ist Friedrich Kaune überzeugt. Seine Meinung hatte er bereits in einem Leserbrief an die AZ kundgetan – „dafür gab es ein heftiges Echo“, schildert der Sprecher der BI.

„Die Gesamtanlage in Barnsen wird so groß wie in Melzingen. Die Betreiber versuchen allerdings, dass es nicht als eine Anlage gesehen wird und dadurch kein Filter notwendig wird“, spekuliert Werner Bollhorn, ebenfalls Sprecher der BI. Ziel der Bürgerinitiative müsse es deshalb sein, dass die Anlage nicht als voneinander getrennte Ställe gesehen werden. Schließlich stehen sie in direkter Nachbarschaft zueinander.

Um die Situation in Melzingen genauer zu skizzieren, war Carsten Schroeter nach Gerdau gereist. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz-Verfahren laufe bereits, schilderte Schroeter. Die Melzinger haben deshalb mit Rechtsanwalt Rüdiger Nebelsieck juristischen Beistand an ihrer Seite. Heute findet im Arboretum um 19 Uhr ein Treffen der Melzinger Schweinestall-Gegner statt. Doch nicht nur mit den Melzingern will sich die Gerdauer BI solidarisieren. Auch den geplanten Stall in Stadorf an der Gemeindegrenze wollen die BI-Vertreter im Blick behalten. Kaune: „Die Gemeindegrenzen sind dicht beieinander und deswegen sollten wir uns dagegen zur Wehr setzten.“

Von Jörn Nolting

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