Landkreis sperrt Hösseringer Gewässer wegen möglicher Gesundheitsgefahren

Algenalarm im Hardausee

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Grünes Wasser, menschenleerer Strand: Wegen der starken Ausbreitung von Blaualgen hat das Gesundheitsamt gestern ein vorläufiges Badeverbot für den Hardausee verhängt.

Hösseringen. Still ruht der See – doch leider ist er auch grasgrün. Der Grund sind gefährliche Blaualgen, die sich aufgrund der extremen Hitze und Trockenheit massenhaft im Hösseringer Hardausee ausgebreitet haben.

Deshalb hat das Kreis-Gesundheitsamt gestern für unbestimmte Dauer ein Badeverbot für das gesamte Gewässer verhängt. Keine Beeinträchtigungen gibt es dagegen im Oldenstädter See.

Die Algen seien in Proben des Wassertechnologischen Instituts nachgewiesen worden, teilt Landkreis-Sprecher Martin Theine mit. „Blaualgen können bei Hautkontakt oder versehentlichem Verschlucken unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen sowie Durchfall und Hautreizungen führen“, erklärt er. Besonders gefährdet seien Kinder. Aber auch für Tiere, vor allem Hunde, die aus dem See trinken, könnten die Blaualgen gefährlich sein. Dabei handelt es sich um Bakterien, die sich bei hohem Nährstoffgehalt und warmen Temperaturen des Wassers explosionsartig vermehren. Die blauen Pigmente der Algen werden von den grünen überlagert und sorgen für die Färbung des Wassers.

Gestern hat die Gemeinde Suderburg rund um den See Schilder aufgestellt, die auf das Badeverbot hinweisen. Für Susanne Schmidt und Michele Cicogna aus Gießen, die derzeit auf dem Hösseringer Campingplatz Urlaub machen, ist das eine böse Überraschung. Bis Mittwoch haben die beiden noch regelmäßig im See gebadet. Gestern Mittag sind sie aber die einzigen Badegäste und beschränken sich darauf, am Strand Bücher zu lesen. „Der See sieht schon die letzten Tage so grün aus“, erzählt Susanne Schmidt. „Es waren viele Leute drin und haben gebadet.“ Doch damit ist nun vorläufig Schluss.

Ob das Badeverbot Auswirkungen auf den Umsatz des Kiosks am See haben wird, vermag Mitarbeiter Heinz-Erich Hartmann nicht zu sagen. Er ist jedoch froh, dass die massive Algenbelastung nicht während der Sommerferien aufgetreten ist. „Wäre das in den letzten sechs Wochen passiert, wäre das wirklich ärgerlich gewesen, denn wir hatten hier sehr viele Badegäste“, sagt Hartmann.

Wegen des Badeverbots fallen übrigens gleich zwei Sportveranstaltungen am Hardausee aus: der für Sonnabend geplante Triathlon und der Go-Sports-Day am Sonntag.

Von Bernd Schossadowski

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