Anwohner kritisiert neue Höhe der K 37

Ärger um Fahrbahn-Gefälle in Räber: Einfahrt bald unter Wasser?

+
Die Kante zeigt es deutlich: Die neue Fahrbahn der Ortsdurchfahrt von Räber ist höher als bisher. Durch das Gefälle werde künftig Regenwasser auf sein Grundstück gespült, befürchtet Anwohner Lothar Hahmeyer.

Räber – Sie leben derzeit an der Kante, die Anwohner der Ortsdurchfahrt von Räber. Gemeint ist aber nicht eine prekäre Existenz, sondern im wahrsten Wortsinn eine Fahrbahnkante aus Asphalt.

Etwa hundert Meter hinter dem Ortseingang, aus Richtung Suderburg kommend, beginnt das bereits ausgebaute Teilstück der Kreisstraße 37.

Von dort an ist die Fahrbahn etwa 25 Zentimeter höher als das bisherige Straßenniveau. Damit an Fahrzeugen keine Schäden entstehen, wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit unmittelbar vor der Kante auf zehn Kilometer pro Stunde begrenzt.

Viele Anwohner in Räber begrüßen den Ausbau der Ortsdurchfahrt. Doch es gibt auch Kritik – und zwar am höheren Fahrbahnniveau. „Es gibt jetzt deutlich mehr Gefälle zu meinem Grundstück. Das Regenwasser wird von der Straße in meine Garageneinfahrt fließen“, befürchtet Lothar Hahmeyer. Seit 63 Jahren wohnt er direkt an der Ortsdurchfahrt. Probleme mit Überschwemmungen auf seinem Grundstück habe es bisher nie gegeben, erzählt er der AZ.

Hahmeyer ärgert sich auch über die Informationspolitik im Zuge der Erneuerung der K 37. „Uns wurde immer gesagt, dass sich von der Straßenlage für uns nichts ändert. Und jetzt passiert so was“, schimpft er.

Suderburgs Bau-Fachbereichsleiter Rüdiger Lilje kann die Kritik nicht nachvollziehen. Auf mehreren Anliegerversammlungen sei der geplante Ausbau der Ortsdurchfahrt detailliert vorgestellt worden, sagt er. Und mit Blick auf Hahmeyer stellt er klar: „Es ist keine Verschlechterung für ihn, dass die Fahrbahn höher liegt.“ Denn es gebe einige Sicherungsmechanismen, die verhindern sollen, dass Wasser von einem gegenüberliegenden Acker auf Hahmeyers Grundstück gespült wird.

So wurde neben dem Acker ein Graben vertieft und mit zwei Überläufen versehen, die an den Regenwasserkanal angeschlossen sind. Dadurch werde ein Teil des Wassers abgefangen, erklärt Lilje. Außerdem habe die K 37 deutlich mehr Straßeneinläufe für den Abfluss der Niederschläge bekommen.

Ein weiterer Vorteil aus Sicht von Lilje: Weil die Fahrbahn nun ein Stück höher und schräger ist, werde das Oberflächenwasser von Hahmeyers Grundstück zurückgehalten. Und nicht nur das: Vor dem Haus werde auch eine Entwässerungsrinne mit Anschluss an den Kanal geschaffen, für die Hahmeyer nichts zahlen müsse. „Das ist das einzige Grundstück in Räber, für das wir das so regeln“, sagt Lilje. Der Grund sei die Sondersituation wegen des Ackerwassers. Alle anderen Grundstücke an der K 37 müssten das Regenwasser selbst abführen.

Jetzt hofft Lilje auf einen zügigen Fortschritt der Arbeiten. Am 4. Februar soll es weitergehen, sofern der Frost dem Straßenausbau keinen Strich durch die Rechnung macht. Mit der Fertigstellung rechnet Lilje im Frühjahr.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare