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Am Sonntag entscheiden die Suderburger über das Schicksal der alten Schule

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Von: Lars Lohmann

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Alte Schule Suderburg
Wird die alte Schule in Suderburg abgerissen oder bleibt sie erhalten? Die Entscheidung fällt am Sonntag beim Bürgerentscheid in Suderburg. © Lohmann, Lars

Die Initiative Bürgerbegehren alte Schule Suderburg ist für den Erhalt des alten Gebäudes, im derzeitigen Gemeinderat sind gleich mehrere Fraktionen für den Abriss. Am Sonntag wird nun die Entscheidung fallen.

Suderburg – Wird die alte Schule in Suderburg abgerissen oder entscheiden sich die Suderburger dafür, dass das Bauwerk erhalten bleibt? Diese Frage werden Suderburgs Wahlberechtigte am kommenden Sonntag beim Bürgerentscheid in der Gemeinde beantworten müssen.

„Es ist wie eine kleine Kommunalwahl“, sagt Ordnungsamtsleiter Holger Scheuermann. In acht Abstimmungslokalen können Stimmberechtigte in Suderburg und in den Ortsteilen ihre Stimme abgeben. Sechs Personen bilden jeweils den Vorstand in den Lokalen. Abgestimmt werden kann von 8 bis 18 Uhr, auch die Briefwahl ist möglich gewesen.

Für einen Erfolg des Bürgerbegehrens gibt es genaue Vorgaben. Es muss natürlich im Ergebnis mehr Ja- als Nein-Stimmen geben. Aber es muss auch eine Mindestzahl an Ja-Stimmen erreicht werden. Bei 3802 Wahlberechtigten in der Gemeinde müssen laut Scheuermann mindestens 20 Prozent von ihnen mit Ja stimmen. Das sind 761 Stimmen. Wird das Quorum nicht erreicht, wäre das Bürgerbegehren gescheitert.

Vor dem Entscheid haben sich die Befürworter des Abrisses und die Initiatoren des Bürgerbegehrens noch einmal positioniert und ihre Argumente zusammengefasst.

Im derzeitigen Gemeinderat sprechen sich die Fraktionen der CDU, SPD, WSL und Einzelbewerber Dierk Pellnath für den Abriss aus. „Wir brauchen die Fläche für eine mögliche Erweiterung des Kindergartens“, sagt Udo Depner (CDU). Es sei abzusehen, dass aufgrund der verkauften Baugrundstücke bald wieder ein Erweiterungsbedarf vorhanden sei. Zudem sei es sinnvoll, die Kindertagesstätten nicht über den Ort zu verteilen, sondern zu konzentrieren. Zudem führen die Abrissbefürworter die hohen Kosten für eine Sanierung der alten Schule an. So rechnet Karsten Scherer (CDU) mit mindestens 1,5 Millionen Euro. „Geld, das an anderer Stelle fehlen wird, selbst wenn es Fördergelder im Rahmen der Dorferneuerung geben sollte. Denn das Geld fehlt dann für andere Projekte“, sagt er. Außerdem sei die Frage der Nutzung nicht beantwortet und die Bausubstanz sei marode. Der Denkmalschutz habe nichts gegen einen Abriss gehabt.

Die Initiative Bürgerbegehren alte Schule Suderburg sieht das naturgemäß anders. Der Bau des Architekten Wilhelm Matthies stehe im Zusammenhang mit dessen Gesamtwerk in der Lüneburger Heide und repräsentiere seine Heimatarchitektur. Zudem gehe es um den Erhalt eines Stücks Geschichte Suderburgs. Diese dürfe man nicht einfach eliminieren. Zudem verweisen die Initiatoren Dr. Peter Borm und Alexander Paschko auf die erfolgreiche Rettung von alten Gebäuden und Nutzung in anderen Orten, wie etwa des Hauses Kreyenberg in Wittingen. Sie können sich eine Sanierung des Schulgebäudes im Rahmen der Dorferneuerung Stahlbachtal vorstellen. „Wertschätzung für Natur und Klima bedeutet Sanieren statt Abreißen“, sagt Borm. Was in Wittingen geschafft worden sei, könne man auch hier mit der alten Schule schaffen und sie clever nutzen, etwa mit der Ostfalia.

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