Bürgermeister sorgt sich um Erreichbarkeit der Gerdauer Schule ab Sommer

Abgeschnitten vom Busverkehr

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Auf dieser Fläche vor der Grundschule Gerdau halten die Schulbusse. Doch wenn die benachbarte B 71 voraussichtlich ab August wegen Fahrbahnarbeiten gesperrt ist, wird die Schule vom Verkehr abgeschnitten. 

Gerdau – „Achtung, Kinder!“ steht auf dem Haltestellenschild an der Zufahrt zur Grundschule Gerdau. Damit sollen Auto- und Lkw-Fahrer auf der Bundesstraße  71 sensibilisiert werden, langsam zu fahren, um die Schüler nicht zu gefährden.

Doch ab August sind dort womöglich gar keine Fahrzeuge mehr unterwegs. Denn dann will die Landesstraßenbaubehörde die Fahrbahn auf mehr als sechs Kilometern Länge – von Bohlsen bis hinter Groß Süstedt – erneuern und diesen Abschnitt zeitweise voll sperren. Der Nebeneffekt: Auch die Grundschule Gerdau wäre dann wochenlang mit Bussen oder Autos nicht mehr zu erreichen.

Stefan Kleuker, Bürgermeister von Gerdau (CDU)

Dieses Szenario erfüllt Gerdaus Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU) mit großer Sorge. „Wir haben als Gemeinde ein Interesse daran, dass der Schulbetrieb weiterläuft“, sagt er gegenüber der AZ. Es dürfe nicht sein, dass die direkt neben der B 71 gelegene Grundschule vom Verkehr abgeschnitten werde.

Immerhin würden die Bauarbeiten voraussichtlich elf Wochen dauern, so Kleuker. Wie lange der Bereich in Gerdau gesperrt wird, ist aber noch unbekannt. „Die Busse fahren und halten auf dem Schulgelände, dort steigen die Kinder ein und aus“, erklärt der Bürgermeister. Es müsse eine Lösung gefunden werden, damit die Zufahrt zur Schule während des Ausbaus der B 71 frei bleibe.

Der Zeitplan der Baumaßnahme, die Kosten und die vorgesehene Umleitung stehen allerdings noch nicht fest, sagt Annette Padberg, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Lüneburg der Straßenbaubehörde. Sie geht davon aus, dass es eine Vollsperrung geben wird. „Anders geht es nicht“, meint sie. Trotzdem sei ihre Behörde bemüht, für eine dauerhafte Erreichbarkeit der Gerdauer Schule zu sorgen. „Es muss sichergestellt werden, dass dort Schulbusse fahren und halten können“, betont Padberg. Wie das geschehen soll, kann sie aber noch nicht sagen.

Wolfgang Hahnemann, Mitglied des Gemeinderates (SPD)

Ganz anders als Bürgermeister Kleuker bewertet hingegen das Gerdauer Ratsmitglied Wolfgang Hahnemann (SPD) die Situation. „Das große Problem sehe ich überhaupt nicht“, sagt er. Von Norden her, also aus Richtung Barnsen, werde die Grundschule während der Bauarbeiten sehr wohl noch zu erreichen sein. Daher schlägt Hahnemann vor, dass der Schulbus in der Nähe des Gerdauer Feuerwehrhauses hält. „Dort könnten die Schüler aussteigen und unter Aufsicht die wenigen Meter zur Schule gehen“, meint er.

Das sei ihnen durchaus zuzumuten, denn in früheren Zeiten hätten die Kinder Schulwege von bis zu zwei Kilometern zu Fuß zurückgelegt.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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