ARD-Telenovela

"Rote Rosen" dreht auf dem Flugplatz Barnsen

+
Festliche Stimmung auf dem Flugplatz Barnsen – doch alles nur Illusion. Gestern finden auf dem Gelände Dreharbeiten zur ARD-Telenovela „Rote Rosen“ statt. Dazu sind auch 50 Fans aus dem Kreis Unna angereist, die Gäste einer Feier zur Eröffnung einer Fluglinie mimen.

Barnsen. Festliche Stimmung auf dem Flugplatz Barnsen und ausgerechnet das Motorengeräusch eines Flugzeuges stört die „Szene“. Die ARD-Telenovela "Rote Rosen" drehte dort eine Szene.

Gebannte Blicke gen Himmel; damit es ihnen nicht allzu kalt wird, treten die Akteure auf der Stelle; schnell werden Jacken gereicht. Das Flugzeug am Himmel zerstört die Illusion eines Empfangs mit bunten Luftballons und Sekt am Boden – alles nur eine Szene bei Dreharbeiten für die ARD-Telenovela „Rote Rosen“, die in Lüneburg spielt und auch gedreht wird. Aber für eine „besondere Folge“, so der Produktionsleiter Kai Pegel, hat das Team die Salzstadt verlassen, dreht gestern auf dem Gelände des Flugplatzes in Barnsen.

Mit im Gepäck: Rund 50 Fans aus dem Kreis Unna (Nordrhein-Westfalen), die als Komparsen agieren. Sie verkörpern Gäste des Festaktes, zu dem in der Serie der Pilot Malte Neumann alias Marcus Bluhm eingeladen hat. In der zu drehenden Folge, die am 28. Mai im Ersten zu sehen sein wird, hebt er seine Fluglinie „Malte Air“ aus der Taufe. Zwischen zwei Szenen verrät Bluhm der AZ, dass er persönlich zwar schon viel geflogen sei, aber selbst keinen Flugschein besitze. „Das Fliegen fasziniert einen aber schon“, sagt er, während auf der Wiese Regieassistentin Natascha Jüttner im Hintergrund die Komparsen und Schauspieler für das nächste „Bild“, so der Fachjargon, zusammenruft. Vor allem Heidi Friedrich mit ihrer neon-gelben Jacke muss ins Bild, war sie doch schon in den Aufnahmen zuvor zu sehen. „Und der Anschluss muss Stimmen“, erklärt Kai Pegel.

Friedrich hat die Teilnahme der Fans an den Dreharbeiten ermöglicht. Seit 2012 organisiere sie regelmäßig Fahrten für Rote-Rosen-Fans zu den Drehorten, erzählt sie. Einmal auch mitwirken zu können, sei der Wunsch vieler Fans, den sich gestern einige erfüllen konnten. „Dennoch war es nicht ganz leicht, die Mannschaft zusammenzubringen. Vier Tage habe ich nur telefoniert“, so Friedrich. Dann fällt die nächste Klappe.

„Achtung. Aufnahme“, brüllt jemand. Die Szene wird diverse Male wiederholt werden. So viel sei gesagt: Es ist ein Schlüsselmoment, in dem Pilot Malte Neumann erklärt, dass „die Frau seines Herzens Ja gesagt hat“. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln, auch vom Tower des Flugplatzes aus, werden die Dialoge mit den Kameras eingefangen. Die Schauspieler müssen auch vor einer Bluescreen-Wand agieren. Später, so verrät ein Kameramann, werden in die Aufnahmen große Flugzeuge montiert. Denn, so die Handlung in der Serie, der Flugplatz Barnsen soll als Start- und Landeplatz für Passagier- und Frachtflugzeuge dienen. Ein Gedanke, der Manfred Baden schmunzeln lässt. Baden ist gestern für den Trägerverein „Cumulus“ des Flugplatzes in Barnsen vor Ort. Eine Maschine mit 70 Passagieren an Bord könnte notfalls in Barnsen landen, aber nicht abheben, berichtet er. Dafür sei die Start- und Landebahn mit 800 Metern zu kurz. „Da würde die Maschine beim Durchstarten die Wälder abrasieren“, sagt er.

Es ist also nur der schöne Schein an diesem Tag in Barnsen, der erneut von einem Flugzeugmotorengeräusch am Himmel durchbrochen wird. „Abbruch“, tönt es über den Rasenplatz.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare