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Straßenmeisterei Uelzen kümmert sich verstärkt um die Radwege im Kreis

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Von: Lars Becker

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Mit einem Radlader wird der riesige Salzberg auf dem Gelände der Straßenmeisterei Uelzen aufgetürmt
Mit einem Radlader wird der riesige Salzberg auf dem Gelände der Straßenmeisterei Uelzen aufgetürmt. Auf den Straßen landet eine sogenannte Feuchtsalzstreuung, die zu 30 Prozent aus einer flüssigen Sole besteht. © Lars Becker

Für die Straßenmeisterei Uelzen ist am Montag erstmals Winterdienst-Alarm ausgelöst und der gesamte Bezirk abgestreut worden. Drei zusätzliche Kräfte kümmern sich vor allem um die 210 Kilometer Radwege im Kreis.

Uelzen/Landkreis – Manuela Kapak-Wendt zögert nicht eine Sekunde. Die Leiterin der Straßenmeisterei Uelzen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Holdenstedt greift beim Termin mit der AZ in der Salzhalle in den riesigen weißen Haufen, probiert und stellt fest: „Das können Sie auf Ihr Frühstücksei streuen. Sie schmecken keinen Unterschied.“ Recht hat sie, ergibt der Selbstversuch.

Knapp 750 Tonnen Salz lagern hinter den Holztoren. 15 bis 20 Gramm landen beim Streuen auf jedem Quadratmeter Straße. Dabei werden 70 Prozent Salz auf dem Streuteller mit 30 Prozent einer Sole zu einer „Feuchtsalzstreuung“ gemischt. Genau das passiert am Montagmorgen zum ersten Mal in der neuen Winterdienst-Saison.

„Wir hatten viel Nebel, es hat sich Raureif gebildet“, berichtet Kapak-Wendt, deren Mitarbeiter für die Bundes- und Landesstraßen im Landkreis Uelzen zuständig sind. Nachts gegen 1 Uhr sind – wie immer – zwei Glättemelder an neuralgische Punkte wie die Rheinmetall-Schießbahn bei Eimke oder nach Breitenhees ausgerückt und haben dann angesichts von Frost und Luftfeuchtigkeit den Winterdienst ausgelöst. In Holdenstedt werden daraufhin die acht Streufahrzeuge mit je vier Tonnen Salz befüllt – das geht im Gegensatz zur Sole nicht vorausschauend, weil das Salz verklumpen würde. Bis sechs Uhr ist der Umlauf fertig.

Alle drei Tage wechselt die Bereitschaft, zu je vier eigenen Fahrzeugen und Mitarbeitern kommen vier weitere von Fremdfirmen. Sie alle stellen mit einem Joystick den Streuteller ein, damit Salzmenge und Streubereich zur Fahrbahnbreite passen und kein Material unnötig verschleudert wird.

„Wenn wir fahren, dann streuen wir den kompletten Bezirk ab – wo will man sonst den Schnitt machen? Jede Nacht ist anders, das Wetter macht, was es will. Viel basiert auf Erfahrungswerten der Kollegen, die sich aber auch austauschen“, erklärt Manuela Kapak-Wendt. „Das ist schon eine schwierige Entscheidung – man muss abwägen, ob man Alarm auslöst. Denn wir streuen Salz in die Umwelt, das Bäume nicht mögen und das ins Grundwasser sickert. Am besten ist es, wenn die Situation eindeutig ist. Im Zweifelsfall streuen wir wegen der möglichen Unfallrisiken aber lieber einmal mehr als zu wenig ab“, so die erfahrene Leiterin der Straßenmeisterei, die die Kosten für einen Streuumlauf mit 7000 Euro beziffert.

Schnee frisst unheimlich Salz. Manuela Kapak-Wendt

Im letzten Winter rückte ihr Team zwischen Mitte Oktober und Mitte April zu 34 Winterdienst-Einsätzen aus – ein unterdurchschnittlicher Wert. Davor waren es 50 Einsätze, wobei es häufig Schnee zu räumen galt. „Schnee frisst unheimlich Salz. 24-stündiger Schneefall ist für uns der absolute ,worst case‘“, betont Kapak-Wendt, weil sie weiß, dass die Arbeit dann an Grenzen stößt.

Sie ist froh darüber, dass sie drei weitere Straßenwärter einstellen konnte. „Wir nutzen die Personal-Kapazitäten, um mehr Augenmerk auf die Radwege zu legen. Schon im Herbst haben wir versucht, die Radwege fast täglich vom Laub freizuhalten. Viele Menschen fahren mit dem Rad zu Arbeit oder Schule, sie können so sicher ankommen. Wir haben immer mehr und breitere Radwege.“ Ein Paradebeispiel sei der berüchtigte Radweg entlang der L 250 im Uelzener Stadtwald, wo sich Feuchtigkeit selbst bei Wintersonne länger halte und zu gefrieren drohe.

Es gibt neben Wettervorhersagen übrigens technische Unterstützung: So liegt im Asphalt der B4 am Hoystorfer Berg eine Schleife, über die in Holdenstedt am Rechner Temperatur und Feuchtigkeit abgelesen werden können. „Das ist aber nur eine Stelle bei 147 Kilometern Bundes- und 174 Kilometer Landesstraßen, die wir betreuen. Es gibt aber kleine regionale Räume mit Unterschieden. Wenn in Bad Bodenteich -4 Grad herrschen, können es in Uelzen 0 Grad sein“, betont Manuela Kapak-Wendt, dass der Faktor Mensch für die Beurteilung der Situation auf den Straßen unverzichtbar bleibt.

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