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Stocken Pläne für BBS-Campus im Landkreis Uelzen?

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Von: Lars Becker

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Andreas Dobslaw (rechts) war vor seiner Anfrage an den Landkreis Uelzen in Sachen BBS-Campus zu Gast bei BBS I-Schulleiter Stefan Nowatschin.
Andreas Dobslaw (rechts) war vor seiner Anfrage an den Landkreis Uelzen in Sachen BBS-Campus zu Gast bei BBS I-Schulleiter Stefan Nowatschin. © Privat

Wie geht es eigentlich mit dem millionenschweren Projekt „BBS-Campus“ in Uelzen voran? Diese und weitere detaillierte Fragen zu dem Komplex möchte der Kreistagsabgeodnete Andreas Dobslaw beantwortet haben.

Uelzen/Landkreis – Es ist still geworden in Stadt und Landkreis Uelzen um den millionenschweren „BBS-Campus“. Zu still, wenn es nach dem Geschmack von Andreas Dobslaw geht. Deshalb hat der UWG-Kreistagsabgeordnete am Sonntag eine Anfrage an Landrat Dr. Heiko Blume zum Sachstand des Projektes auf den Weg gebracht.

„Es gibt eine Mehrheit, da bin ich ziemlich sicher. Unterm Strich will die Kreispolitik dieses echte Vorzeigeprojekt, das ist meine Wahrnehmung. Aber auch andere betonen dessen hohe Bedeutung: Handel, Gewerbe, Handwerk und die Kammern. Und Parteien haben die Entwicklung der Berufsschulen zu Exzellenzzentren in ihre Programme aufgenommen. Deshalb müssen wir jetzt ganz offen kommunizieren und jetzt die Pfähle einschlagen, auch wenn es länger dauern wird.“

Einvernehmen zwischen Landkreis und Hansestadt?

Nach Dobslaws Kenntnisstand seien die Architekturplanungen bereits weit fortgeschritten oder gar abgeschlossen. Er fragt: „Sind die für ein Baugenehmigungsverfahren notwendigen Unterlagen bereits erstellt oder befinden sich zumindest in der Erstellung?“ Darüber hinaus will er wissen, ob zum Projekt und zur Realisierung Einvernehmen zwischen Landkreis und Hansestadt besteht. Schließlich sei eine weitreichende Abstimmung erforderlich – etwa in Sachen Bebauungsplan.

Zur Erinnerung: Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Berufsschul-Campus“ (Nr. 298) hat der Rat der Hansestadt Uelzen einstimmig (34-Ja-Stimmen bei einer Enthaltung) exakt heute vor einem Jahr – am 27. September 2021 – gefasst.

Wie beeinflussen Krisen den Projektverlauf?

Andreas Dobslaw fragt den Landkreis auch, ob analog zum Neubau des Kreishauses geplant sei, beim BBS-Campus eine Komplettvergabe durchzuführen. Die Verwaltung solle zudem erläutern, ob die Unterlagen für die Ausschreibung schon in Vorbereitung seien. Und schließlich wünscht sich Dobslaw Informationen aus dem Kreishaus dazu, wie aufgrund der aktuellen weltweiten Krisen der Zeitplan für den Projektverlauf eingeschätzt wird.

Zur Erinnerung: Der Landkreis Uelzen plant als Schulträger der Berufsschulen, einen neuen Berufsschul-Campus östlich der Innenstadt zu entwickeln, der die bestehenden Standorte innerhalb des Stadtgebietes zwischen Wilhelm-Seedorf-Straße, Esterholzer Straße und Heinrich-Meyerholz-Straße auf 7,4 Hektar Fläche bündeln soll. Der Standort Scharnhorststraße wird aufgegeben.

Projekt im Mai 2018 auf den Weg gebracht

Entstehen soll ein zukunftsfähiger, nachhaltiger Berufsschul-Campus mit modernen pädagogischen Konzepten als Leuchtturm-Projekt. Ein Augenmerk liegt dabei auf einer nachhaltigen Verkehrslösung, auf der Energieversorgung, nachhaltigen Baumaterialien sowie Klimaanpassungsmaßnahmen an Gebäuden und im Außenbereich.

Unter dem Motto „Pädagogik, Nachhaltigkeit, Digitalisierung – Auf dem Weg zur Berufsschule der Zukunft“ war die Entwicklung des Berufsschulcampus im Mai 2018 unter dem damaligen Ersten Kreisrat Uwe Liestmann forciert worden. Der Schulausschuss hatte im Mai 2018 das „Berufsschulzentrum“ befürwortet, dem folgte der Kreisausschuss und beauftragte das Gebäudemanagement mit den Planungen. Die Kosten wurden damals auf rund 25 Millionen Euro beziffert. Vor über vier Jahren war bereits ein Parkhaus mit 300 Stellplätzen geplant – allerdings noch nicht auf dem Bolzplatz der Hermann-Löns-Grundschule.

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