Unternehmen nicht erreichbar / Einstweilige Verfügung seit gestern

Steinmetz streitet mit Telekom

Uelzen. Stinksauer ist Jörg Bielig. Seit dem Montag dieser Woche steht sein Telefon still, und die Schuld daran gibt er der Telekom.

Die hat den Anschluss seines Steinbildhauergeschäfts am Hammersteinkreisel gesperrt, und es wird noch eine Weile dauern, bis es bei ihm wieder bimmelt. Dagegen ist der Unternehmer nun gerichtlich vorgegangen.

Der Grund für den Stillstand des Telefons ist, wie Bielig sagt, nicht eine unbezahlte Rechnung, sondern eine Vertragsänderung, die er nicht wollte: „Am 2. April ging hier eine Auftragsbestätigung ein, dass mein bestehender Vertrag geändert wurde“, so der Steinmetz. Demnach sollte von einem alten Vertrag zu einem neuen Vertragsmodell gewechselt werden. Nur: „Das habe ich nie in Auftrag gegeben“, sagt Bielig. Also rief er bei der Telekom an, machte die Änderung rückgängig. Sein Problem: Die Telekom stellte ihm dafür zwischenzeitlich den Anschluss ab, das sei notwendig, hieß es von der Dame des Service-Centers. Acht bis zehn Tage würde das dauern – für ein Unternehmen untragbar, so schildert es Bielig. „Ich bekomme hier bitterböse E-Mails von meinen Kunden, warum ich nicht erreichbar bin. Und dann wird geredet, ich hätte meine Rechnung nicht bezahlt. Aber das ist nicht so“, ärgert sich der Unternehmer.

Nach unzähligen Telefongesprächen mit der Telekom – die er mit seinem Handy führen musste – hatte Bielig die Faxen dicke, am Dienstag stand er bei seinem Anwalt. Der hat gestern eine einstweilige Verfügung beim Amtsgericht Uelzen erwirkt. Das Gericht ordnet an, dass die Telekom die Telefonleitung zu den Geschäftsräumen Bieligs umgehend freizuschalten. Bei Zuwiderhandlung drohe ein Ordnungsgeld von 250 000 Euro oder Ordnungshaft. Die Kosten für das Verfahren trägt die Telekom.

Bielig erwartet nun, „dass die Telekom Gas gibt und ich erreichbar bin“. Solange das nicht klappt, ist er auf das Handy angewiesen.

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