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Stadtwerke und SVO springen mit Strom und Gas für 900 Haushalte im Kreis Uelzen ein

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Von: Lars Becker

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Mehrere Energieversorger haben in Deutschland Insolvenz angemeldet. In Stadt und Kreis Uelzen fangen Stadtwerke und SVO-Gruppe 900 Kunden auf.
Mehrere Energieversorger haben in Deutschland Insolvenz angemeldet. In Stadt und Kreis Uelzen fangen Stadtwerke und SVO-Gruppe 900 Kunden auf. © Jens Büttner / dpa

Die Stadtwerke Uelzen und die SVO-Gruppe sind zuletzt für insgesamt rund 900 Haushalte als Energieversorger eingesprungen, weil deren bisherige Anbieter in Insolvenz gegangen sind oder aber Lieferverträge für Gas und/oder Strom gekündigt haben. Das haben beide Unternehmen auf AZ-Anfrage erklärt.

Uelzen – „Im Netzgebiet der Stadtwerke Uelzen sind rund 300 Haushalte durch Insolvenzen oder Kündigungen betroffen, die nun innerhalb der Grund- und Ersatzversorgung mit Energie von mycity beliefert werden“, erläutert Franziska Albrecht, Leitung Marketing und Unternehmenskommunikation bei den Stadtwerken. „Im Bereich des Landkreises Uelzen werden aktuell rund 600 Kunden von uns ersatzweise mit Gas und Strom beliefert“, sagt Thomas Hans, Pressesprecher SVO-Gruppe mit Sitz in Celle.

Die ist im Landkreis Uelzen – ohne die Hansestadt selbst – als Unternehmen mit den meisten Kunden in seinem Netzgebiet der Ersatz- und Grundversorger. Im Stadtgebiet Uelzens nehmen die Stadtwerke diese Rolle ein.

„Wir lassen die Kunden in der Region nicht im Stich“

Thomas Hans findet stellvertretend für die SVO-Gruppe deutliche Worte mit Blick auf jene Energieversorger, die die Segel gestrichen haben: „Wir verurteilen das Handeln einiger Wettbewerber aufs Schärfste. Seriöse Anbieter kaufen auch professionell ein und geraten erst gar nicht in so eine Situation. Wir lassen die Kunden in der Region aber nicht im Stich“, so Hans. Die SVO-Gruppe beliefere sie „in dieser Sondersituation zu absolut marktfähigen Preisen weiter.“

Und die Stadtwerke? „Bis auf Weiteres empfehlen wir unserer Kundschaft als Übergangslösung unseren Stromtarif mycity basis mit einer flexiblen Laufzeit. Sofern wir neue Energieprodukte mit attraktiveren Konditionen anbieten können, informieren wir unsere Kundschaft darüber umgehend schriftlich“, so Franziska Albrecht, die ergänzt, dass die Stadtwerke die Preisentwicklung auf den Energiemärkten sehr kritisch beobachteten.

Kurzfristig teuren Strom einkaufen müssen

„Zum jetzigen Zeitpunkt verzeichnen wir einen eher milderen Temperaturverlauf in diesem Winter und auch die Kraftwerksverfügbarkeiten konnten sich verbessern. Unter diesen Rahmenbedingungen blicken wir etwas optimistischer in die Zukunft und erwarten eine Entspannung der Energiemärkte im Frühjahr, sofern sich die geopolitische Lage nicht verschlechtert. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es bis dahin kurzfristig noch mal zu extremen Preisausschlägen kommen kann.“

Zuletzt waren verschiedene Energieanbieter wegen stark gestiegener Energiepreise in finanzielle Schwierigkeiten geraten – auf dem Gas- wie auf dem Strommarkt. Mehrere Anbieter haben Insolvenz angemeldet. Sie müssen häufig kurzfristig Strom und Gas an den teuren Spotmärkten einkaufen, um ihre Kunden zu beliefern. Mit diesen haben sie jedoch oftmals Langzeitverträge mit einer festen Preisbindung abgeschlossen, können die Mehrkosten also nicht an ihre Kunden weitergeben.

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