Letzte Coronaschutzimpfung im September?

Stadthalle Uelzen: Aus fürs Impfzentrum rückt näher

Das Impfzentrum in der Stadthalle Uelzen.
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Am 9. Dezember 2020 war mit dem Aufbau des Impfzentrums in der Stadthalle begonnen worden, das dann am 22. Februar die Arbeit aufnahm. Nun naht das Aus.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Nach aktuellen Plänen der Bundesregierung wird aber die letzte Coronaschutzimpfung in der Stadthalle Uelzen mutmaßlich bereits an einem noch unbestimmten Tag im September gesetzt.

Uelzen/Landkreis – Bis einschließlich Donnerstag (1. Juli) sind im Zuständigkeitsbereich des Impfzentrums in der Stadthalle Uelzen im Kampf gegen das Coronavirus 73 315 Impfstoffgaben erfolgt – 50 683 an Menschen aus dem Landkreis Uelzen, 22 632 weitere an die aus Lüchow-Dannenberg.

Aber wie lange sollen dort noch Impfungen erfolgen? Im Kreishaus an der Veerßer Straße geht man aktuell davon aus, dass das – abhängig von der Menge des gelieferten Impfstoffes – höchstens bis zum 30. September der Fall ist.

Planungen hängen an Lieferzusagen und Vorgaben des Bundes

„Die Betriebsfähigkeit der Impfzentren ist abhängig von den Impfstoff-Lieferzusagen des Bundes an die Länder. Derzeit hat der Bund über den 30. September hinaus ausdrücklich keine weiteren Zusagen erteilt. Dementsprechend würden die Länder und damit letztlich auch die Impfzentren keinen weiteren Impfstoff erhalten. Alle Planungen hängen somit zentral von den Lieferzusagen und Vorgaben des Bundes ab“, heißt es von der Kreisverwaltung, die derzeit plant, den Oktober bereits für den rund zweiwöchigen Rückbau des Impfzentrums zu nutzen.

Zum 1. November stünde die Stadthalle am Schützenplatz damit für andere Veranstaltungen zur Verfügung.

Im Juni rund 3000 Impfungen wöchentlich

Das Impfzentrum war im Dezember für die Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg eingerichtet worden. Der DRK-Kreisverband Uelzen ist der Betreiber. Los ging es nicht erst im März, sondern tatsächlich schon am 22. Februar. Im Juni erfolgten dort durchschnittlich etwas mehr als 3000 Impfungen wöchentlich.

Noch bis zum 31. Oktober hat das Land über den Landkreis Uelzen von der Stadthallen GmbH Uelzen das Gebäude am Schützenplatz gemietet. Nach aktuellen Plänen der Bundesregierung sollen zum 30. September alle Impfzentren bundesweit schließen.

Landkreistag spricht sich für Fortbestand der Impfzentren aus

Das missfällt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Der begrüßt zwar grundsätzlich den geplanten Einsatz mobiler Impfteams, um möglichst viele Menschen für eine Corona-Impfung zu erreichen. Da viele der mobilen Teams an die Impfzentren gekoppelt seien, müssten die Impfzentren über Ende September hinaus erhalten bleiben, so Weil: „Ich wünsche mir, dass die Bundesregierung ihren Standpunkt überdenkt.“

Der Deutsche Landkreistag kann sich ebenfalls den Weiterbetrieb der Impfzentren vorstellen. Fakt aber ist: Wenn der Bund keine Lieferzusagen für Impfstoff über September hinaus an die Länder macht, laufen die Impfzentren schlichtweg leer.

Zukunft des Impfzentrums nicht in eigener Hand

Der Landkreis Uelzen als untere Katastrophenschutzbehörde war durch das Innenministerium mit dem Aufbau und Betrieb des Impfzentrums beauftragt worden, als mit der Corona-Pandemie der Eintritt eines „Außergewöhnlichen Ereignisses von landesweiter Tragweite“ festgestellt worden war. „Die Entscheidung, ob der Betrieb des Impfzentrums in Uelzen auch über den 30. September 2021 hinaus erforderlich ist, liegt daher beim Land“, erklärt Kreissprecher Martin Theine.

Insofern wird man im Kreishaus genau verfolgen, wie sich der politische Entscheidungsprozess in den nächsten Wochen entwickelt. Bleibt der Bund bei seiner Haltung, könnte das Impfzentrum Uelzen in der Stadthalle, in der am 22. Februar erste Impfstoffgaben erfolgt waren, nach rund sieben Monaten wieder zurückgebaut werden.

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