Versuchter Mord: 23-Jähriger soll schwangere Ex-Freundin fast erwürgt haben / Landgericht verhängt Urteil

Zwölf Jahre Haft für Reihersee-Attacke

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Einer der beiden Angeklagten, Maximilian Otto D. (Mitte), sitzt neben seinem Anwalt Peter Strimper (links) im Landgericht in Lüneburg.

dpa/wb Lüneburg. Für den Angriff auf seine schwangere Ex-Geliebte muss ein 23-jähriger Schwarzenbeker für zwölf Jahre hinter Gitter. Das hat das Landgericht Lüneburg gestern entschieden. Auch der Komplize des Mannes muss zwölf Jahre ins Gefängnis.

Der 23-Jährige soll, wie berichtet, mit seinem ein Jahr jüngeren Freund seine Ex-Geliebte Ende August vergangenen Jahres in einem Hinterhalt am Reihersee bei Brietlingen niedergeknüppelt und fast erwürgt haben. Die junge Frau hatte sich geweigert, das gemeinsame Kind abtreiben zu lassen, das aus einer kurzen Affäre der beiden stammte. „Wir sind froh, dass es vorbei ist“, sagte die 19-Jährige, die mittlerweile ein kleines Mädchen zur Welt gebracht hat, unter Tränen nach dem Urteilsspruch. Die Anwälte des Verurteilten wollen eine Revision prüfen.

Das Schwurgericht sah in der Attacke – wie die Anklage auch – versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und versuchten Schwangerschaftsabbruch. Nach Überzeugung der Kammer hatte der 23-Jährige aus Schleswig-Holstein die Frau zu einer Aussprache an den Reihersee gefahren und so in einen vorbereiteten Hinterhalt gelockt. Dort wartete der Komplize mit einem Baseballschläger auf das Paar.

Der Vater des Kindes hatte eingeräumt, die junge Frau bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben, als sie nach den ersten Schlägen um Hilfe schrie. Dann wurde die 19-Jährige ins Unterholz gezogen. Die damals im sechsten Monat Schwangere und das ungeborene Kind überlebten den Angriff nur knapp. Eine Spaziergängerin fand das schwer verletzte Opfer.

Der Angeklagte betonte im Gericht, er habe nur einen Schwangerschaftsabbruch erreichen wollen. Die Tötungsabsicht hingegen bestritt er. Das jedoch sah der Vorsitzende Richter Franz Kompisch anders: Die beiden Angeklagten hätten den Tod der 19-Jährigen von vornherein billigend in Kauf genommen. Der 23-Jährige habe aus Heimtücke und niederen Beweggründen gehandelt, auch weil er seine neue Beziehung zu einer anderen Frau gefährdet sah. „Niederste sittliche Stufe – da ist nichts, was wir nachvollziehen können“, urteilte Kompisch. Das Gericht habe lange darüber nachgedacht, eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhängen. „Sie haben eine rohe und abgebrühte Haltung an den Tag gelegt“, bescheinigte Kompisch dem Mechatroniker.

Als Beweismittel wurden während des Verfahrens vor dem Lüneburger Landgericht auch Handy-Protokolle vorgelegt. Danach hatten sich die beiden Angeklagten mit Kurznachrichten abgestimmt.

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