VON WOCHE ZU WOCHE: Ein Kommentar von AZ-Redakteur Bernd Schossadowski

Zwist in Suderburgs Politik: Mehr Solidarität statt Hauen und Stechen

Politischer Zwist (Symbolbild).
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Politischer Zwist (Symbolbild).

Suderburg - 1 + 1 + 1 macht 3. Was in der Mathematik zu einer logischen Summe führt, bringt in der Kommunalpolitik mitunter ein anderes Ergebnis. Dort lautet die Addition im Idealfall nämlich 1 + 1 + 1 macht 1.

Auf den Landkreis Uelzen bezogen, bedeutet das: Die drei Mitgliedsgemeinden Suderburg, Gerdau und Eimke bilden die Samtgemeinde Suderburg – zumindest auf dem Papier.

Doch in Wahrheit gibt es in diesem kommunalen Verbund schon seit Jahren große Risse. Mit Argusaugen wird darauf geachtet, dass bloß keine der drei Mitgliedsgemeinden finanziell bevorzugt wird. Die Folge ist wachsende Uneinigkeit.

Konkret zeigte sich das in dieser Woche im Bauausschuss. Dort wurde darüber gestritten, ob die Sanierung der Dreilinger Friedhofskapelle – sie gehört der Gemeinde Eimke – von der Samtgemeinde bezuschusst werden soll. Nein, sagten die Suderburger Ausschussmitglieder Ulrich Mietzner (SPD) und Dierk Pellnath (WSL). Zwar nannten sie konkrete Gründe, warum sie dagegen waren. Doch der neutrale Betrachter gewann den Eindruck, dass man es den Eimkern in dieser Frage vielleicht aus Prinzip nicht gönnt.

Ein wenig rühmliches Bild gab der Bauausschuss auch bei der Frage ab, ob sich die Samtgemeinde an der Erneuerung des maroden Weges zur Gerdauer Kläranlage finanziell beteiligen soll. Auch hierfür gab es von den beiden Suderburger Ausschussmitgliedern ein Nein.

Dabei wäre mehr Solidarität untereinander dringend erforderlich. So wie im September, als es darum ging, ob Samtgemeindemittel für die Sanierung des Hösseringer Hardausees – er liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Suderburg – gewährt werden sollen. Hierfür fand sich im Samtgemeinderat eine breite Mehrheit.

Letztlich sollten die Politiker nicht vergessen, dass sie gewählte Vertreter der Samtgemeinde Suderburg sind und entsprechend diesem Mandat handeln sollten. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, anderen Gemeinden auch mal etwas gönnen und nicht versuchen, ihnen sprichwörtlich in die Suppe zu spucken, kann die Samtgemeinde – zum Wohl der Bürger – vorangebracht werden. Damit der Streit endlich aufhört und die Gleichung 1 + 1 + 1 am Ende tatsächlich zum Ergebnis 1 führt.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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