Über 100 000 Euro Kosten für Weihnachtszauber / Veranstalter diskutieren über Neuausrichtung für Dezember 2012

Zwischen Buden und Befindlichkeiten

Weihnachtszauber an der Lüneburger Straße: Ob dort auch im kommenden Dezember Buden stehen werden, soll mit allen Beteiligten diskutiert werden. Die Stadtwerke etwa schlagen eine Achse zwischen Herzogenplatz, Veerßer Straße, St.-Marien-Kirche und Altes Rathaus vor. Archivfoto: Huchthausen

Uelzen. Die Ferien sind zu Ende, die Märchenhütten an der Veerßer und Lüneburger Straße abgebaut und nur noch die Beleuchtung über den Gassen erinnert an den Weihnachtsmarkt. Für die Veranstalter des Weihnachtszaubers ist nun Zeit, Bilanz zu ziehen.

Was hat sich bewährt, was muss sich ändern? Welche Summen sollen das nächste Mal bereitgestellt werden?.

• Die Stadt Uelzen hat sich für den Weihnachtsmarkt 2011 mit einem Betrag von insgesamt knapp 18 000 Euro beteiligt. „Diese Mittel sind in gleicher Höhe im Haushaltsplanentwurf 2012 vorgesehen“, erklärt Pressesprecherin Ute Krüger. In dem Betrag sind ein Anteil von 6600 Euro für Beschaffung, Auf- und Abbau sowie Entsorgung der Weihnachtsbäume und Werbung für den Weihnachtszauber enthalten, zudem 6000 Euro für den Einsatz der Betrieblichen Dienste. Einen Anteil von 5000 Euro übernimmt die Stadt für die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt.

Noch in diesem Quartal werden sich alle Beteiligten über den vergangenen Weihnachtszauber austauschen, kündigt Krüger an. „Es gibt viele Ideen, wie beispielsweise eine Konzentration des Weihnachtsmarktes auf einen engeren Bereich oder zum Angebot selbst“, weiß Krüger. „Diese werden aufgegriffen und im Zusammenspiel aller Beteiligten diskutiert, um konkrete Neuerungen zu erarbeiten, die in die Beratungen der politischen Gremien der Stadt Uelzen einfließen.“ In jedem Fall werde sich durch den Neubau des Uelzener Hofs an der Lüneburger Straße und durch die Umgestaltung der Marktstraßen im kommenden Dezember etwas verändern. „Der Adventskalender am Alten Rathaus ist trotz der neuen Nutzung auch im nächsten Jahr gesichert – eine entsprechende Vereinbarung hat die Stadt Uelzen bereits mit den Mietern geschlossen“, berichtet die Stadtsprecherin.

• Andreas Matuschak, beauftragt von der Stadt Uelzen, bezieht für die Planung des Weihnachtsmarktes verschiedene Komponenten ein, wie etwa die Bedingungen für den Wochenmarkt, der mittwochs und sonnabends die Fläche für die Marktbeschicker braucht, erklärt er. Zudem nehme er Rücksicht auf „Befindlichkeiten“ von Einzelhändlern. „Es gibt Bürger, die sich aufregen, dass Hütten vor ihrem Laden stehen“, sagt er, „das sind Befindlichkeiten, die völlig normal sind, das haben wir auch in anderen Städten.“

Während viele Händler den Aufbau des Weihnachtsmarktes kritisieren, führt er die lückenhafte Anordnung der Buden auf diese Befindlichkeiten zurück. „Es gab Gründe dafür, warum die so standen, wie sie gestanden haben“, hält Matuschak sich bedeckt.

Die Gebühren für die Weihnachtsmarktstände sind Teil der vertraglichen Ausgestaltung zwischen dem Ausrichter Andreas Matuschak und den Schaustellern und Händlern, erklärt Krüger. Zur Höhe der Gebühren wollen sich weder die Stadt noch Matuschak, der auch in anderen Städten Weihnachtsmärkte ausrichtet, äußern.

• Die Stadtwerke beauftragen für „mycity on ice“ auf dem Herzogenplatz seit etwa sechs Jahren den Eisbahnbetreiber „interevent“. Die Gesamtkosten liegen nach Angaben der Stadtwerke im hohen fünfstelligen Bereich. Durch Bandenwerbung und Werbekostenzuschüsse werde ein Teil refinanziert. „Dank dieses Sponsorings werden die Gesamtkosten auf etwa 70 000 Euro reduziert“, erklärt Geschäftsführer Markus Schümann. „Damit ist die Eisbahn eine Veranstaltung, deren Gesamtkosten sich nicht decken.“ Die Kosten tragen die Stadtwerke alleine. Mit der Stadtverwaltung würden die Termine und der Platzbedarf für die Eisbahn abgesprochen, in die Planung und Finanzierung sei die Stadt nicht involviert. „Trotz hoher Komplexität und Kostenintensität“ liege dem Energieversorger sehr viel daran, die Eisbahn samt der Aktionen auf dem Eis auch in der Zukunft weiter stattfinden zu lassen. „Eine Entscheidung des Aufsichtsrates hierzu für das Jahr 2012 steht aber noch aus“, sagt Schümann. Mit rund 40 000 Gästen spreche mycity

on ice die ganze Familie an. „Grund genug für uns, auch im kommenden Jahr weder Kosten noch Mühen zu scheuen.“

Alexander Barth aus Uelzen hat im Dezember zum ersten Mal das Catering an der Eisbahn übernommen. Zusätzliche Betreiber für das gegenüberliegende Zelt habe er nicht mehr gefunden, denn er sei erst drei Wochen vor dem Start von „mycity on ice“ gefragt worden, ob er es machen möchte, berichtet Barth. Wer definitiv auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand betreiben wollte, sei dann schon verplant gewesen. „Die Eisbahn ist ja eine schöne Sache“, sagt er, „wenn man ein bisschen Vorlauf hat, kann man sicher etwas Schönes machen.“

• Citymanager Joachim Lotz ist mit dem Abbau des Weihnachtszaubers beschäftigt, bei günstigen Witterungsbedingungen bis Ende kommender Woche. „Für eine Neuausrichtung gibt es erste Sondierungsgespräche“, teilt er mit. „Eine Konkretisierung ist im Laufe des ersten Quartals zu erwarten, wenn alle Beteiligte und Betroffene gemeinsam eine machbare Neuausrichtung entwickelt und dieser zugestimmt haben. Dieser möchte ich nicht vorgreifen.“ Den Weihnachtsmarkt auf dem Herzogenplatz zu zentrieren, war für ihn bisher keine Option. Ob das für dieses Jahr eine Alternative im Rahmen der Neuausrichtung ist, lässt er offen. Kunsthandwerk auf dem Weihnachtsmarkt anzubieten sei schwierig, erklärt auch der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Wilfried Gade. „Selbst wenn die Stände kostenlos zur Verfügung gestellt würden, besteht kein Interesse. Es kommen keine Bewerbungen“, sagt er. Nur über aktives Suchen und „selbst das ist schwierig“. Es sei ein recht kleiner Markt, und wenn sich Kunsthandwerker dazu entscheiden, ihren Stand aufzubauen, „das müsse man ganz realistisch sehen, dann ist das nicht Uelzen“.

Von Diane Baatani

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