Duales Studium: Ostfalia Hochschule und Uelzener Unternehmen kooperieren

Zweigleisig zum Erfolg

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Technisch versiert: Der 17-jährige Auszubildende Nils Koopmann vor einem Schaltschrank, der die Steuerungstechnik für Heizsysteme enthält.

Uelzen. Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften kooperiert ab dem kommenden Wintersemester mit einem Uelzener Unternehmen.

Im Studiengang „Elektrotechnik im Praxisverbund“ sind zwei Berufsausbildungssemester eingebettet, die bei der Firma Elmess Thermosystemtechnik in Uelzen absolviert werden. Ziel eines solch dualen Studiums ist die Verzahnung von theoretischem Hochschulwissen und praktischen Ausbildungsinhalten.

Die Kooperation sieht vor, dass an der Fakultät Elektrotechnik am Standort Wolfenbüttel pro Wintersemester bis zu zwei Plätze in dem neu konzipierten Studiengang zur Verfügung gestellt werden. Die genaue Zahl richte sich nach personellem Bedarf des Partnerunternehmens und dem Bewerberangebot. Für die Studierenden sei das neue Angebot äußerst attraktiv, erklärt Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach, Präsident der Ostfalia: „Eine gesicherte Studienfinanzierung durch das Ausbildungsgehalt, eine umfassendere Qualifizierung und die besonders guten Chancen, direkt in ein Arbeitsverhältnis übernommen zu werden“, machten den Reiz des dualen Studiums aus.

Auch die Partner-Unternehmen profitieren von diesem Konzept. So erklärt Ralf Kießling, kaufmännischer Leiter bei Elmess: „Uns gibt dies die Möglichkeit, hoch qualifizierte Fachkräfte schon während ihrer Ausbildung im Betrieb zu integrieren und später an unser Unternehmen zu binden.“ Die ausgewählten Studenten absolvieren ein insgesamt neunsemestriges Studium an der Ostfalia, wovon zwei Halbjahres-Blöcke der praktischen Ausbildung zum Elektroanlagenmonteur in dem Uelzener Betrieb vorbehalten sind. So erhalten die Absolventen neben dem vollwertigen Ingenieurstudium auch den Facharbeiterbrief für den von ihnen parallel erlernten Ausbildungsberuf.

Eine solche Qualifizierung in zwei Einzelschritten zu erlangen, würde etwa anderthalb Jahre länger dauern. „In der Hochschule lernen die Studenten das systematische Wissen, das zum Beispiel die Grundlage für spezielle Umsetzungen und Weiterentwicklungen in diesem Bereich bildet“, erklärt Prof. Dr. Peter Stuwe von der Fakultät für Elektrotechnik. In den Praxis-Blöcken lernen sie hingegen die praktische Umsetzung technischer Vorhaben. Am Beispiel des seit 1966 in Uelzen ansässigen Unternehmens, das sich auf maßgeschneiderte Heizsysteme spezialisiert hat, heißt das: „Sie bauen Schaltschränke und Heizkörper auf, nehmen sie in Betrieb und sind mit der Problembehandlung betraut“, erläutert Reinhard Wagner, Technischer Leiter bei Elmess.

Am Hochschulstandort Suderburg gibt es das duale Konzept bereits im Bereich Bauingenieurwesen. Doch auch hier sollen ausbildungsintegrierte Studiengänge künftig vermehrt angeboten werden.

Von Karsten Tenbrink

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