Sozialarbeiter sehnsüchtig erwartet

Zwei Uelzener Grundschulen sollen Unterstützung auch bei der Integration bekommen

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Schul-Sozialarbeiter sind für Schüler oft wichtige Ansprechpartner. An der Lucas-Backmeister- und der Sternschule sollen die noch einzustellenden Sozialarbeiter erst einmal vor allem bei der Integration der Flüchtlingskinder helfen.

Uelzen. Lieber gestern als heute würden die Schulleiterinnen der Lucas-Backmeister- und der Sternschule einen Schul-Sozialarbeiter oder eine Schul-Sozialarbeiterin im Kollegium begrüßen.

„Wir brauchen sie dringend und haben schon lange darum gebeten“, sagt Bianca Scharfenstein, Chefin an der Backmeister-Schule. Die Stellen werden spätestens zum neuen Schuljahr an beiden Grundschulen besetzt.

Stärkung der sozialen Kompetenz der Schüler, Maßnahmen zur Integration sowie Beratung und Begleitung einzelner Schüler und Eltern: Das sind drei Punkte aus dem Aufgabenprofil in der Ausschreibung der Landesschulbehörde, das die Sozialarbeiter an den Grundschulen im Land künftig abdecken sollen.

„Wir versprechen uns sehr viel von einem Sozialarbeiter“, sagt Dörthe Reinhold, Leiterin der Sternschule. An der Grundschule im Norden der Stadt werden auch die Flüchtlingskinder von der Nothmannstraße unterrichtet. Und ein überproportionaler Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund ist ein Kriterium für die Bewilligung eines Schul-Sozialarbeiters. Der könne ein ganz anderes Beziehung zu allen Eltern und Kindern aufbauen. „Er verlangt keine Leistung. So entsteht ein ganz anderes Vertrauensverhältnis“, weiß Reinhold. Auch könnten sie in Projekte einbezogen werden. Beispielsweise Streitschlichter unter den Kindern ausbilden. Zudem könnte auch das Lehrerkollegium von der Sicht- und Herangehensweise der Sozialarbeiter an Probleme profitieren.

Ziel an der Schule sei es, aus der 21-köpfigen Mannschaft ein multiprofessionelles Team zu formen. „Ein Sozialarbeiter ist da ein weiterer Baustein“, sagt die Schulleiterin. An der Sternschule kümmern sich neben den Lehrern bisher pädagogische Mitarbeiterinnen und Sonderpädagogen um die rund 230 Schüler.

Für Bianca Scharfenstein ist zurzeit das drängendste Problem die Integration der 25 Flüchtlingskinder. „Die können wir nicht einfach so in die Klasse setzen“, sagt sie. Einige seien von Bürgerkrieg und Flucht traumatisiert. „Das können wir mit den Kindern nicht aufarbeiten.“ Auch fehle es manchen Kindern an elementaren Kenntnissen. Das fange auch schon mal beim Toilettengang an. Ältere Kinder, die eigentlich in die zweite oder dritte Klasse gehörten, hätten in ihrem Leben noch nie eine Schule von innen gesehen. „Ein Drittklässler bei uns bekommt Rechenaufgaben für Erstklässler“, berichtet Scharfenstein.

Wann allerdings ein Schul-Sozialarbeiter auch für alle 160 Backmeister-Kinder da sein wird, ist noch offen. Die Bewerbungsphase auf die ausgeschriebenen Stellen endete kürzlich. Zum Stand der Dinge macht die Landesschulbehörde mit Verweis auf das laufende Verfahren derzeit keine Angeben.

Von Jens Schopp

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